Gottes Wille in Herat

7. Februar 2005, 18:59
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Die Kurzreportage, die der ORF im Rahmen seines Weltjournals zeigt, trifft den Nerv des neuen Afghanistans ...

In einem Krankenhaus in Herat, der großen Provinzstadt im Westen Afghanistans, gibt es eine Station, die nun immer voll belegt ist. Bis zu 30 Frauen behandeln die Ärzte dort im Monat, die Bilder sind fürchterlich, und die Kurzreportage, die der ORF am Mittwoch im Rahmen seines Weltjournals (22.35 Uhr) sendet, trifft den Nerv jenes neuen Afghanistans, das eine US-geführte Koalition doch vor bald drei Jahren vom Joch der radikalislamischen Taliban "befreit" hat: Es geht um die Selbstverbrennung von Frauen.

Die britische Journalistin Polly Hyman, eine der besten Kennerinnen der Frauenfrage in Afghanistan - ihr Dokumentarfilm " ", den sie gemeinsam mit der jungen afghanischen Kamerafrau und Journalistin Mary Ayubi drehte, wurde in diesem Jahr auf einem Dutzend Filmfestivals gezeigt - trug dieses Mal für den ORF-O-Töne und Kommentare von Frauen und Ärzten aus Herat zusammen. Es ist ein ebenso empörendes wie absurdes Bild, das dabei entstanden ist. Frauen, die ein rechtloses Leben mit einen ihnen aufgezwungenen Ehemann führen, nehmen sich ihr scheinbar einziges Recht und zerstören ihren Körper. "Es ist Gottes Wille", sagt gar noch eines der Opfer. Edith Schlaffer, Mitbegründerin von "Frauen ohne Grenzen", wird als Studiogast zur Lage in Afghanistan befragt. (mab/DER STANDARD; Printausgabe, 1.12.2004)

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    foto: orf
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