Nach Seilbahnzwischenfall in Sölden zwei Mitarbeiter suspendiert

1. Dezember 2004, 18:51
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Verkehrsministerium erließ Bescheid - Ob Bergbahnen rechtliche Mittel einlegen, ist noch unklar

Nach dem Seilbahn-Zwischenfall am Tiroler Rettenbachferner im Ötztal Mitte November hat das Verkehrsministerium zwei Mitarbeiter der Gletscherbahnen vom Dienst suspendiert. Dies teilte der kaufmännische Geschäftsführer, Jakob Falkner, am Dienstag der APA mit. Unklar war vorerst, ob die Bergbahnen gegen den Bescheid rechtliche Mittel einlegen. Dies soll am Mittwoch nach einem Gespräch Falkners im Ministerium entschieden werden.

Die Bergbahnen würden von sich aus keine Mitarbeiter suspendieren, betonte Falkner. Die betroffenen Mitarbeiter hätten sich beim Schadensvorfall laut Aussage der vor Ort tätigen Sachverständigen entsprechend der Betriebsvorschriften ordnungsgemäß verhalten. Die Entscheidung des Ministeriums wolle er nicht kommentieren. Man werde alles daran setzen, um eine lückenlose Aufklärung zu ermöglichen.

"Potenzierung von Schwingungen"

Nach bisherigem Ermittlungsstand soll eine "Potenzierung von Schwingungen" der Auslöser für den spektakulären Seilbahn-Zwischenfall gewesen sein. Zunächst hatte sich das Steuerseil mit einer leeren, talwärts fahrenden Kabine verhängt, was die Verantwortlichen in Berg- und Talstation zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht registrieren hätten können. Drei Minuten später sei es zum Stillstand der Bahn gekommen.

Verkehrsministerium erließ Bescheid

Nachdem das von der Seilbahngesellschaft als zusätzliche Sicherungsmaßnahme installierte so genannte RPD-Seilauflageüberwachungssystem keinen Fehler angezeigt und die Kommunikation zwischen Berg- und Talstation funktioniert habe, sei der Notbetrieb eingeleitet worden. Nach zwei Metern Fahrt habe sich gegen 14.20 Uhr die talwärts fahrende Gondel verhängt, die Klemme sei vom Seil gerissen worden, die Gondel abgestürzt und das Steuerkabel endgültig gerissen. Um 14.25 Uhr wurde der Rettungseinsatz zur Bergung der 113 Passagiere eingeleitet, der um 21.05 Uhr abgeschlossen wurde.

Die Bergbahnen sehen sich derzeit nicht nur mit dem am Montag zugestellten Bescheid des Ministeriums konfrontiert. Von einem deutschen Anwalt waren zudem Schadenersatzforderungen angedroht worden. Er vertritt Passagiere der Gondelbahn.

Im Verkehrsministerium wollte auf APA-Anfrage vorerst niemand den nun erlassenen Bescheid kommentieren. (APA)

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