Im Kampf gegen Aids von Frauen

1. Dezember 2004, 13:03
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Welt-Aids-Tag: SPÖ-Bereichssprecherin für Entwicklungs- Zusammenarbeit fordert Zwangslizenzen - USA vergeben Kredite

Wien - Anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember machte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Entwicklungs-Zusammenarbeit, darauf aufmerksam, dass die Umsetzung des Gesetzes auf EU-Ebene zur Schaffung der Möglichkeit so genannter Zwangslizenzen dringend notwendig sei, um den Entwicklungsländern eine reale Chance zur Bekämpfung von AIDS zu geben.

Frauen besonders gefährdet

Derzeit sind weltweit etwa 40 Millionen Menschen HIV-infiziert, über die Hälfte davon lebt in den Ländern südlich der Sahara. Bayr erinnerte daran, dass sowohl in den der Dritten Welt als auch in Europa die Gefahr einer HIV-Infektion für Frauen besonders groß sei. "Über die Hälfte der HIV-Infektionen erfolgt heute über den heterosexuellen Verkehr, und Frauen sind aufgrund ihrer Abhängigkeit von den Männern stärker davon betroffen, da die große Mehrzahl der Frauen noch immer nicht selbstbestimmt ihr Leben führen kann, gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt ist und oft unerwünschten Sexualverkehr nicht zurückweisen kann", ist Bayr überzeugt.

Mädchenhandel und Prostitution

Bei der Ausbreitung von HIV/AIDS spielen Mädchenhandel und Prostitution eine bedeutende Rolle. "Deshalb ist es auch wichtig, nicht einfach nur innerhalb der nationalen Grenzen zu arbeiten - HIV- und AIDS-Prävention müssen innerhalb und außerhalb der EU gemeinsam forciert werden", so Bayr. Mitte November brachte sie dazu eine parlamentarische Anfrage an Gesundheits- und Frauenministerin Rauch-Kallat ein, mit dem besonderen Hinweis auf ein im September angenommenes Arbeitspapier der Europäischen Kommission, welches ein stärkeres Engagement der politischen Führungskräfte fordert.

USA: Hilfe für Frauen und Mädchen im Kampf gegen Aids

Auch die USA haben zum Welt-Aids-Tag die Unterstützung von Frauen und Mädchen im Kampf gegen die Epidemie in den Vordergrund gestellt. Fast die Hälfte der weltweit mit Aids infizierten Menschen ist weiblich. Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen und Mädchen von Männern müsse reduziert und ihre Menschenrechte gewährleistet werden, unterstrich die Staatssekretärin im US-Außenministerium, Paula Dobriansky, am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington. Dazu diene etwa auch die vermehrte Vergabe von Kleinkrediten an Frauen, Training für politische Funktionen und Bemühungen um Gleichberechtigung im Familienrecht, Erbrecht und Eigentumsrecht.

Mikro-Kredit-Programme

Mit 150 Millinen Dollar fördern die USA so genannte Mikro-Kredit-Programme, mit denen die wirtschaftliche Stellung von Frauen als Familienerhalterinnen gesichert werden soll, wenn der Mann an Aids erkrankt oder bereits gestorben ist. Frauenhandel und Prostitution sollen eingedämmt werden, während gleichzeitig den HIV-infizierten Opfern unter den Sex-Arbeiterinnen geholfen wird. Auch für die zunehmende Zahl von Aids-Waisen finanzieren die USA Hilfsprogramme.

Weiters wird in der Behandlung von HIV-Infizierten und Aids-Kranken immer stärker die Notwendigkeit einer ausreichenden und gesunden Ernährung erkannt, welche die Chancen insbesondere mangels der in vielen Ländern für die meisten nicht zugänglichen antiretroviralen Behandlung verbessere. An Burschen und Männer richten sich Erziehungsprogramme, mit denen sexuelle Gewalt reduziert und dauernde Partnerschaften gefördert werden sollen. (APA/red)

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    Eine Kenianerin bereitet eine rote Aids-Schleife für den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember vor.
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