Schüssel verurteilt Wortwahl

1. Dezember 2004, 16:55
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Kein Kommentar zu magerer Wiederwahl Gusenbauers

Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat am Dienstag die Wortwahl einiger SP-Politiker bei ihrem Parteitag kritisiert. Er sehe es mit Sorge, wenn mancher Funktionär "das Wort als Waffe" einsetze, so Schüssel nach dem Ministerrat. Das Abschneiden von SP-Chef Alfred Gusenbauer bei seiner gestrigen Wiederwahl für die Parteispitze wollte der Kanzler inhaltlich nicht kommentieren.

Gusenbauer habe ein klassische "linke" und "holzschnittartige Rede" gehalten, mit der er neun von zehn SP-Mitglieder auf seine Seite ziehen habe können. Es stehe ihm aber nicht zu, dieses Ergebnis von außen zu kommentieren. Sehr wohl kommentiert wurden vom Kanzler aber ÖVP-kritische Bemerkungen beim SP-Parteitag. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hatte etwa gemeint, man müsse Österreich von der "Geiselhaft" der Regierung befreien.

Man solle darüber nachdenken, ob man diese "Brutalsprache" nicht beenden könne. Er würde einen politischen Gegner jedenfalls nie derartige Dinge vorwerfen, sagte Schüssel. Man könne in der Sache hart sein, solle bei den Wortspenden aber nicht in die Diktion der 30er oder 50er Jahre verfallen.

Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) sieht in der vergleichsweise niedrigen Zustimmung der SP-Delegierten zu ihrem Parteichef Gusenbauer "indirekt einen Vertrauensbeweis für die Bundesregierung". Der Parteitag habe die "Linienlosigkeit" der Sozialdemokraten bestätigt. (APA)

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