Pkw-Sondermauten können nun auch mit dem Handy bezahlt werden

7. Dezember 2004, 10:12
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Autofahrer ersparen sich dadurch den Halt am Kontrollbalken - Größte Nachfrage nach Handy-Bezahlservice bei Parkgebühr und Konzerttickets

Auf drei Sondermautstrecken in Österreich können Mauttickets nun auch über das Handy gelöst werden. Dadurch ersparen sich Autofahren das Halten am Kontrollbalken. Der Dienst gilt vorerst für die Phyrn-, Tauern- und Brenner-Autobahn, im Februar oder März des kommenden Jahres sollen noch die Arlberg-Straße und Karakwanken-Autobahn dazu kommen. Die Kosten entsprechen dem normalen Mautpreis plus SMS-Gebühr.

Nutzung für Pkw mit Anhänger und Lkw ist nicht möglich

Eine Nutzung für Pkw mit Anhänger und Lkw ist nicht möglich, so Asfinag-Geschäftsführer Klaus Schierhackl am Dienstag vor Journalisten. Der Dienst kann von allen Handybesitzern genutzt werden, Voraussetzung für Nicht-Mobilkom Austria-Kunden und Wertkartennutzer ist eine Registrierung bei der Mobilkom-Tochter Paybox. A1-Nutzer können den Dienst auch über die Handyrechnung bezahlen. Das Ticket muss mindestens drei Minuten vor der Mautdurchfahrt gelöst werden und ist ein Jahr gültig.

"Ausleitspur"

Wird das Kennzeichen nicht erkannt, wird das Auto auf eine "Ausleitspur" geleitet und von einem Mautmitarbeiter geprüft. Dies kann etwa der Fall sein, wenn die Kennzeichen stark verschmutzt sind. Eine flächendeckende Handy-Videomaut für Pkw sowie eine Abrechnung der Lkw-Maut über das Handy sei laut Autobahnfinazierungsgesellschaft Asfinag technisch nicht sinnvoll.

Seit 1991

Die Videomaut, sprich die Kontrolle der Kennzeichen durch eine Videokamera und die schrankenlose Durchleitung von Pkw, gibt es bereits seit 1991. Bisher mussten die Tickets für die Videomaut im Internet, bei Vertriebsstellen (im wesentlichen Tankstellen) oder dem deutschen Automobilklub ADAC gelöst werden. Es gebe eine stark steigende Nachfrage bei der Videomaut - wenn auch von niedrigem Niveau ausgehend, so Schierhackl.

Bis zum Frühjahr des kommenden Jahr sollen alle weiteren Spuren auf den Sondermautstrecken mit Videomaut ausgerüstet werden. Zur Zeit steht nur jeweils die linke Spur zur Verfügung.

"Recht unterschiedlich"

Die Bezahlung von Dienstleistungen und Produkten über das Handy (M-Commerce) wird laut Handy-Mautpartner Mobilkom Austria "recht unterschiedlich" angenommen. M-Parking funktioniert demnach am besten, ca. 140.000 Parkscheine pro Monat würden über das Handy abgerufen. Hier würde man eine Ausdehnung auf ganz Österreich anstreben, es gelte aber noch die rechtliche Basis zu schaffen.

Sehr gut angenommen

Konzerttickets würden ebenfalls sehr gut angenommen, beim Robbie Williams-Konzert wurden laut Mobilkom rund 20 Prozent der Tickets übers Handy verkauft. Insgesamt gebe es ca. 600.000 M-Commerce-Nutzer im Kundenstock von Marktführer Mobilkom. Insgesamt hat die Mobilfunktochter der Telekom Austria gut 3,2 Mio. Handykunden. (APA) ~

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