Dem blauen Dunst erfolgreich entsagen

7. März 2006, 14:55
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Institut zur Diagnose und Therapie der Nikotinabhängigkeit in Margareten

Wien - Wer den leidigen Glimmstengel immer schon weglegen wollte, dafür aber nicht die nötige Konsequenz besaß, kann aufatmen: In Wien-Margareten wurde ein eigenes Institut zur Diagnose und Therapie der Nikotinabhängigkeit vorgestellt, das den Kampf gegen die Volkskrankheit Nikotinsucht aufnimmt.

Vorreiterrolle in Europa
Die Einrichtung in der Grüngasse 31 gilt als europaweit erste Anlaufstelle für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören oder dieses einschränken möchten. Aber auch Forschung sowie Aus-und Fortbildung sollen in dem privat finanzierten Haus groß geschrieben werden.

Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze, Leiter des Institutes für Sozialmedizin der Uni Wien, hofft, daß die Innovation eine Keimzelle für ein Behandlungsnetz nikotinkranker Menschen wird. Denn während für Alkohol oder Drogensucht schon lange therapeutische Einrichtungen existierten, habe es für Raucher bisher nichts vergleichbares gegeben, erläutert Kunze gemeinsam mit seinen Kollegen Rudolf Schoberberger und Ernest Groman. Zahlreiche Anfragen aus dem Ausland deuten auf reges internationales Interesse hin. Laut Groman haben sich bereits 750 Personen für eine Behandlung angemeldet. Dieser Andrang sei auch ein Grund, warum man vorerst nur schriftliche Anmeldungen beim Institut für Sozialmedizin entgegennehmen könne, schwerste Fälle hätten zunächst Priorität.

Obwohl sich das neue Institut bisher ohne einen Schilling aus der öffentlichen Hand finanziert, ist die Behandlung auf Krankenschein ein Fernziel Kunzes. Derzeit verhandle man mit der Sozialversicherung über Qualitätsstandards und Kriterien.

Bei der Behandlung selbst soll schon in der Diagnostik herausgefunden werden, ob eher psychosoziale Gründe oder die Nikotinabhängigkeit Ursache für den Zigarettenkonsum sind. Erst danach könne man die Art der Therapie festlegen, so Groman. Laut Statistik gibt es in Österreich 1.083.000 Raucher, 53 Prozent davon sind unzufrieden mit ihrem Laster. (APA/red)

Nikotin Institut Wien,
Rechte Wienzeile 81/1,
A-1050 Wien

Institut mit Tipps für Raucher
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