Paris und Berlin wollen Außenpolitik enger koordinieren

1. Dezember 2004, 14:11
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Botschaften sollen vernetzt werden

Berlin - Mit einer Reihe von Pilotprojekten wollen Frankreich und Deutschland nach einem Zeitungsbericht in den kommenden fünf Jahren ihre Außenpolitik stärker als bisher koordinieren. Das deutsche "Handelsblatt" berichtete am Dienstag unter Berufung auf Informationen aus dem Auswärtigen Amt in Berlin, geplant seien die gemeinsame Nutzung von Botschaften und erstmals auch gemeinsame Weisungen an die Auslandsvertretungen.

Als Fernziel sähen Frankreichs Außenminister Michel Barnier und sein deutscher Kollege Joschka Fischer gemeinsame Botschafter für beide Länder. In Berlin und Paris werde aber betont, dass die Initiative dem geplanten Europäischen Auswärtigen Dienst keine Konkurrenz machen, sondern ihn ergänzen solle. Beide Regierungen seien sich aber einig, dass sie ihre Außen- und Sicherheitspolitik so eng wie möglich abstimmen wollten. Das hätten der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac zum 40. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags 2003 vereinbart.

Beide Regierung arbeiten seit Jahren eng zusammen. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Kabinettssitzungen. Das "Handelsblatt" erinnerte daran, dass Schröder, der den Brüsseler EU-Gipfel im Oktober 2003 vorzeitig verlassen musste, Chirac die Vertretung Deutschlands übertrug. Diese Geste habe in Frankreich großen Eindruck hinterlassen. (APA/Reuters)

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    montage: derstandard.at
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