Auseinandersetzung mit dem Werk der Bachmann

3. Dezember 2004, 23:29
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Multimediale Ausstellung "Schreiben gegen den Krieg" nun in Linz

Linz - Die multimediale Ausstellung "Schreiben gegen den Krieg. Ingeborg Bachmann 1926-1973" ist ab übermorgen, Mittwoch, auch in Linz zu sehen - nach Klagenfurt die zweite Station in Österreich. Bis 6. Februar 2005 werden im Stifterhaus noch nie publizierte Texte wie das Kriegstagebuch aus dem Jahr 1945 und unveröffentlichte Fotos aus dem Privatnachlass gezeigt. Details wurden am Montag in einer Pressekonferenz in Linz bekannt gegeben.

"Schreiben gegen den Krieg" - Zentrale Frage ihres Werks bisher unbeachtet

Die Ausstellung will verdeutlichen, dass die Intention Ingeborg Bachmanns "Schreiben gegen den Krieg" zwar von Beginn an ihr Werk bestimmt habe, diese zentrale Frage ihres Lebens und Schreibens sei aber bisher weitgehend übersehen worden. Die Bilder und Texte der Schau folgen einer transparenten biografisch-chronologischen Anordnung, wobei der Aspekt des "Schreibens" in den Vordergrund gerückt wird. Dahinter, mit Großaufnahmen visualisiert, liegt der geschichtliche Horizont der Kriegsschauplätze, gegen die sich ihr Werk zu behaupten hat. Die ausgewählten Bilder und Texte werden von einem Kommentar begleitet, so dass die Schau zugleich eine Einführung in Leben und Werk Ingeborg Bachmanns darstellt.

Audiovisuelle Mittel - mit zum Teil noch nicht gesendeten Tonaufnahmen - verleihen der Ausstellung zusätzliche Authentizität. Im Rahmen der Schau wird zudem das letzte Filmporträt Ingeborg Bachmanns ("Ingeborg Bachmann in Rom" von Gerda Haller, aufgezeichnet im Juni 1973) vorgeführt - eine Art Testament, in dem sie ihre Utopie des "Ein Tag wird kommen..." der fortwährenden Kriegs- und Gewaltgeschichte entgegenhält.

Zuvor in Klagenfurt

Die Schau war bereits von 17. Juni bis 17. Juli in der Alpen Adria Galerie im Klagenfurter Stadthaus zu sehen. Das Stifterhaus in Linz ist nun die zweite Station in Österreich. Das wissenschaftliche Konzept für die Ausstellung stammt von Hans Höller (Universität Salzburg), die Gestaltung besorgte Erika Thümmel (Graz). Die Schau wurde vom Literatur-Verein zur Förderung von Werk- und Kunstverständnis "i:b" in Kooperation mit dem Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten und dem Bundeskanzleramt erstellt. (APA)

Austellung "Schreiben gegen den Krieg" - Ingeborg Bachmann (1926 - 1973)
von 1.12.2004 bis 6.2.2005
im Stifterhaus, Linz
Öffnungszeiten:
Di - Do, 10-15 Uhr

Weitere Informationen
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    Ingeborg Bachmann

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