Der D-Mark-Schatz

8. Februar 2005, 16:07
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Dass knapp die Hälfte der D-Mark-Münzen im Umlauf sind, überrascht doch - Von Alexandra Föderl-Schmid

Wer hat nicht noch Münzen oder Scheine in der alten Währung in einer länger nicht verwendeten Tasche gefunden? Aber dass in Deutschland noch knapp die Hälfte der D-Mark-Münzen im Umlauf sind, überrascht doch.

Da der Umtausch einigermaßen kompliziert ist, weil nur noch Filialen der Bundesbank die alte Währung gegen Euro wechseln, ist es vor allem für ältere Kunden ein willkommenes Angebot, wenn ihnen diese Aufgabe jemand abnimmt.

Man muss sich fragen, warum nicht alle Geschäfte dazu übergehen, D-Mark als Zahlungsmittel anzuerkennen. Immerhin sind nach Berechnungen der Bundesbank noch D-Mark-Münzen und -Scheine im Gesamtwert von umgerechnet knapp acht Milliarden Euro im Umlauf. Das ist doch ein Schatz, der noch in alten Taschen, unter Matratzen und in Sparschweinen liegt, der nur darauf wartet, gehoben zu werden.

Aktionen wie diese können den Handel gerade in der Vorweihnachtszeit in Schwung bringen. Denn Geld in alter Währung wird nicht gespart, sondern muss ausgegeben werden. Wie die Wiederholung der Umtauschaktion einer Textilkette mit immerhin 312 Filialen in Deutschland zeigt, rechnet sich die Sache trotz des Mehraufwandes. Vor allem kleinere Geschäfte machen diese Aktion nun nach, die angesichts des verschärften Preiskampfs vor allem durch Service punkten können.

Auch der österreichische Handel sollte sich ähnliche Aktionen überlegen, statt über das bisher schleppende Vorweihnachtsgeschäft zu klagen. Denn auch in Österreich sind sicher noch beträchtliche Schilling-Bestände in Umlauf, die darauf warten, eingelöst zu werden. Appelle alleine reichen nicht zur Ankurbelung der Konjunktur. Es sind auch kreative Ideen nötig, um die Kassen zum Klingeln zu bringen. (DER STANDARD Printausgabe, 30.11.2004)

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