Gusenbauer berichtet von "kleinem medizinischen Wunder"

6. Dezember 2004, 17:42
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SPÖ-Chef brachte 89-jährige Frau zum Aufstehen - Emanzipierte Punschkrapfen und ein paar Goldfischli am Parteitag

Wien - Von einem "kleinen medizinischen Wunder" berichtete SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Montag in seiner Rede auf dem Parteitag. Im Rahmen seiner Startklar-Tour hätten ihn die Ärzte im Krankenhaus Linz auf eine 89-jährige Frau aufmerksam gemacht, die sich gewünscht habe, mit ihm zu sprechen. Die Ärzte hätten aber darauf aufmerksam gemacht, dass die Frau schon seit längerem im Bett liege und es für ihre Gesundung wichtig wäre, dass sie aufstehen würde.

Nach kurzer Zeit sei es ihm in dem Gespräch gelungen, dass die Frau in ihren Pantoffeln gestanden sei. Er habe nicht gesagt, steh auf und nimm dein Bett und geh, sagte Gusenbauer, aber dieses Beispiel zeige, was man erreichen könne, wenn man gemeinsam etwas angehe, appellierte der Parteichef auch an den Teamgeist in seiner Partei.

Emanzipierte Punschkrapfen und ein paar Goldfischli

Der Spruch der gescheiterten Präsidentschaftskandidatin Benita Ferrero-Waldner (V) von den "linken Emanzen" erfreut die Opposition auch noch Monate später. Beim SPÖ-Parteitag im Wiener Austria Center wurden die zuckerlrosanen Punschkrapfen mit der Zierschrift "Achtung - linke Emanze" versehen. T-Shirts mit der entsprechenden Aufschrift konnten gegen Bares erworben werden.

Auch sonst war die Palette der am Parteitag angebotenen Produkte vielfältig. Als SPÖ-Fan konnte man sich mit so ziemlich allem zwischen Pullover und Flaschenöffner eindecken. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich diesmal die Kaffee-Häferl - wohl vor allem wegen ihres kecken Aufdrucks: "Schwarz nehm ich höchstens meinen Kaffee". Weniger Zuspruch fand eine ältere Dame, die trotz geringem Interesse unverdrossen privat für den Welt-Esperanto-Kongress in China warb.

Das Klischee vom reiselustigen Pensionisten wurde beim Stand des SPÖ-Pensionistenverbands bedient. Am Pult stapelten sich in erster Linie die Reiseprospekte - von Bulgarien bis Thüringen wurden Reiseziele beworben. Die SPÖ-Fischer versuchten das Interesse der Delegierten kulinarisch und mit Augenzwinkern zu erwecken - offeriert wurden die allseits beliebten "Goldfischli" (ein Knabbergebäck).

Der Parteitag war an seinem ersten Tag ein Hochamt der österreichischen Sozialdemokratie. Von Hannes Androsch über Fred Sinowatz, Johanna Dohnal und Leopold Gratz bis hin zu Franz Vranitzky war fast alles vertreten, was in den letzten Jahrzehnten bei der SPÖ Rang und Namen hatte. Nicht dabei war nur der letzte Bundeskanzler der Sozialdemokraten, Viktor Klima. Er weilt unverändert in Argentinien und ist in der Partei mittlerweile auch nur noch wenig gelitten. Nicht umsonst wird bei jeder Gelegenheit hervorgehoben, dass es Parteichef Alfred Gusenbauer zu danken sei, dass in die SPÖ wieder eine "Repolitisierung" bzw. "Reideologisierung" eingekehrt sei. (APA)

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