Showdown: Musikindustrie will KaZaA zu Fall bringen

7. Dezember 2004, 14:13
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Tauschbörse in Australien vor Gericht - Einfluss auf Inhalte im P2P-Netz soll nachgewiesen werden

Der Betreiber der Online-Tauschbörse KaZaA, Sharman Networks, steht nun auch in Australien vor Gericht. Das Unternehmen wurde von den Major Labels und 25 anderen Musikunternehmen aus Europa, Nordamerika und Australien mit dem Ziel vor den Kadi gezerrt, das KaZaA-Netzwerk zu Fall zu bringen. Von der Klage betroffen sind neben Sharman Networks auch die Unternehmen LEF Interactive, Altnet und Brilliant Digital Entertainment, berichtet das IT-Portal Cnet. Die Kläger wollen beweisen, dass die Kontrolle der Inhalte im Netzwerk von KaZaA möglich ist.

Schadensersatz

Im Falle eines Erfolges vor Gericht fordern die Kläger nicht nur eine Einstellung des illegalen Vertriebs von Musik, sondern zudem Schadenersatz für in der Vergangenheit getätigte Downloads. Schätzungen der Musikindustrie zufolge ist durch P2P-Netze ein Schaden von mehreren Mrd. Dollar entstanden. Kern der Klage in Australien ist die Frage, ob Sharman Networks die Inhalte, die via KaZaA getauscht werden, kontrollieren kann.

Beweise

Die Musikindustrie meint dies durch das Angebot von Werbung und anderen digitalen Daten im KaZaA-Netzwerk beweisen zu können. Denn wenn Sharman diese Werbung im Netz kontrollieren kann, müsse das auch für die anderen Inhalte gelten. In den USA scheiterte eine P2P-Klage eben an dieser Frage. Sollte nun in Australien der Beweis einer möglichen zentralen Kontrolle gelingen, hätte das auch auf noch immer laufende Verfahren in den USA Einfluss. (pte)

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