"Mental und körperlich leer"

3. Dezember 2004, 11:35
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Austria hielt mit 1:0 in Bregenz Anschluss an Rapid, die Europacup-Strapazen waren aber deutlich zu erkennen - GAK verlor an Boden

Wien - Der österreichische Fußball-Vizemeister Austria hat am Sonntag mit Mühe den Anschluss an Tabellenführer Rapid gewahrt. Durch den 1:0-Sieg auswärts gegen Schlusslicht Bregenz beträgt der Rückstand der Veilchen auf den Erzrivalen auch nach der 19. Bundesliga-Runde zwei Zähler. Einen herben Rückschlag im Kampf um eine erfolgreiche Titelverteidigung setzte es hingegen für den GAK, der gegen den drittplatzierten FC Superfund Pasching eine 1:2-Heimniederlage kassierte und damit bereits zehn Punkte hinter den Hütteldorfern liegt.

Kronsteiner macht Spielern Kompliment

Bei Austrias Sportmanager Günter Kronsteiner war nach dem hart erkämpften Sieg und vor dem UEFA-Cup-Schlüsselspiel am Mittwoch gegen Brügge kurzes Durchatmen angesagt. "Die Mannschaft ist mental und körperlich leer. Ich muss meinen Spielern ein Kompliment machen, wie sie die Strapazen der letzten Tage weggesteckt haben", sagte der Steirer, für dessen Klub in diesem Jahr noch vier Pflichtspiele (zwei in der Meisterschaft, zwei im UEFA-Cup) auf dem Programm stehen. "Am Beispiel GAK sieht man, dass die Teams, die noch im Europacup dabei sind, absolute Probleme haben", meinte Kronsteiner.

Dass der Austria beim Erfolg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Fortuna zur Seite gestanden war, wollte Kronsteiner gar nicht bestreiten. "Der Sieg war glücklich, aber danach fragt keiner mehr. Wir haben auch gegen Dnjepr unglücklich verloren", betonte der Sportmanager, der dem Gegner Lob aussprach. "Die Bregenzer werden noch einige überraschen, ich bin überzeugt, sie steigen nicht ab."

Enttäuschung in Bregenz

Bregenz-Trainer Regi van Acker half das Kompliment freilich nicht über die Enttäuschung hinweg. "Wir hätten den Sieg verdient. Aber wenn wir so weiterspielen, steigen wir nicht ab", behauptete der Belgier, dessen Schützlinge fünf Punkte vom rettenden Ufer entfernt sind.

Schachner hadert mit dem Schicksal

Während die Austria gerade noch die drei Punkte ins Trockene brachte, ist für den bereits seit vier Pflichtspielen sieglosen GAK der neuerliche Meistertitel durch den Last-Minute-Treffer von Pichlmann zum 2:1 für Pasching in weite Ferne gerückt. "Wir haben heuer einfach nicht das Glück vom Vorjahr", haderte Coach Walter Schachner mit dem Schicksal. Goalgetter Roland Kollmann hofft nun bis zur Winterpause auf Schadensbegrenzung. "Jetzt müssen wir die zwei restlichen Spiele unbedingt gewinnen", forderte der Torschützenkönig, der mit seiner Hintermannschaft hart ins Gericht ging. "Wenn wir in der Defensive weiter solche Fehler machen, werden wir nicht mehr viele Punkte holen."

Im Lager der Paschinger fiebert man bereits dem Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Rapid entgegen. "Das wird eine hochinteressante Partie, für uns das Highlight des Jahres", erklärte Betreuer Georg Zellhofer. Bei einem Sieg wären die Oberösterreicher nur noch einen Punkt hinter den Hütteldorfern. (APA)

  • Austria-Duo Söndergaard - am 13. Dezember im Chat bei derStandard.at - und Kronsteiner.

    Austria-Duo Söndergaard - am 13. Dezember im Chat bei derStandard.at - und Kronsteiner.

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