Greenpeace-Protest gegen Gen-Patent

3. Dezember 2004, 21:18
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Gen und daraus hergestellter Eiweißstoff betroffen - US-Firma Human Genome Sciences als potenzieller Monopolist

Wien - Die Aufdeckung eines "Skandal-Patents" meldet die Umweltschutzorganisation "Greenpeace" in einer Aussendung am Montag. Die bereits im April durch das Europäische Patentamt erteilte Patentierung umfasse ein Gen und den daraus hergestellten Eiweißstoff. Das Gen stehe mit besonders vielen Lebensfunktionen in Zusammenhang. Entsprechend könnten daraus zahlreiche Arzneimittel resultieren, auf die dann die US-Firma Human Genome Sciences ein Monopol hätte.

Die Greenpeace-Experten sprechen von Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs, Bluthochdruck, Asthma, Allergien, Psychosen, Depressionen, Migräne, Parkinson, Bluthochdruck und Osteoporose. Dies zeige die Dringlichkeit des Problems auf, so Greenpeace. Die Umweltaktivisten kritisieren in ihrer Aussendung auch die österreichischen Politiker, die offenbar nicht gewillt seien, etwas dagegen zu unternehmen. Vielmehr sei zu befürchten, dass die umstrittene Biopatent-Richtlinie, welche erst die Patentierung von Leben in Europa ermöglichte, in Österreich doch noch umgesetzt werde.

Für den Experten der Arbeiterkammer (AK) Wien, Heinz Schöffl, ist die derzeit mögliche Patentierung von Genen und Leben grundsätzlich zweifelhaft und ein generelles Problem. Dass aber im konkreten Fall ein Gen-Produkt gegen derart viele Krankheiten helfen könnte, sei doch eher unwahrscheinlich. Den Begriff "Skandal-Patent" will Schöffl daher nicht in den Mund nehmen. Insgesamt sind laut Greenpeace mit Ende 2003 über 1.200 Patente auf Gene von Mensch und Tier sowie 400 Patente auf Pflanzen und über 120 Patente auf Tiere in Europa erteilt worden. (APA)

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