BASEL II schadet KMU in Handel und Transport

9. Februar 2005, 16:18
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Studie: Kaum negative Folgen für KMU insgesamt, aber einige Branchen sind stärker betroffen

Wien - Die strengeren Bonitätsvorschriften im Zuge des BASEL II-Abkommens, die 2007 in Kraft treten sollen, aber jetzt schon in die Bankenpraxis eingedrungen sind, hätten nur "minimale Auswirkungen" auf die Finanzlage österreichischer KMU. Zu diesem Ergebnis kam eine EU-15-weite Studie des Beratungsunternehmens Price Waterhouse Cóopers.

Kreditland Österreich

Bankkredite spielen in Österreich eine größere Rolle als in meisten anderen EU-Ländern: 65 Prozent des Außenkapitals heimischer KMU stammen aus längerfristigen Bankkrediten. Nur Deutschland (66 Prozent) und Griechenland (68 Prozent) weisen hier höhere Abhängigkeiten auf.

Krisensektoren

Was die Eigenkapitalquoten betrifft, liegt Österreich aber grundsätzlich im EU-15-Schnitt. Anders sieht es in bestimmten Krisensektoren aus: Vor allem kleine Handelsbetriebe und Kleinunternehmen in Transport oder Kommunikationsbranchen könnten von den BASEL II-Bestimmungen stark betroffen sein. In diesen Branchen und Betriebsgrößen sei der Bedarf an Risiko-Fremdkapital höher als im Österreich-Durchschnitt. Allerdings erfüllen laut Studie nur sieben Prozent dieser Unternehmen die BASEL II-Eigenkapitalsvorschriften.

Günstigere Kredite

Mittelfristig könnte BASEL II die Wirtschaft im EU-Raum jedoch sogar ankurbeln: Das Rating würde zunehmend professioneller ablaufen, die Banken hätten weniger "faule Kredite" in ihren Büchern stehen. Mögliche Folge: Die Vorschriften über obligatorische Bankreserven könnten gelockert werden. In weiterer Konsequenz könnten somit auch die Kreditzinsen sinken und Investitionen stimulieren. (mas)

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