Burma: Hausarrest für Menschenrechtlerin Suu Kyi verlängert

1. Dezember 2004, 16:45
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Leitfigur der Demokratiebewegung wird mindestens bis September 2005 in Haft bleiben müssen

Rangun - Burma hat Oppositionsangaben zufolge den Hausarrest für die Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi verlängert, während zahlreiche Gefangene amnestiert wurden. Die Polizei habe Suu Kyi offiziell davon unterrichtet, sagte der Sprecher ihrer Partei, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), am Montag. Es seien keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Den Sicherheitsgesetzen des Landes zufolge kann ein Hausarrest von bis zu einem Jahr wegen der Gefahr durch subversive Elemente verhängt werden. Dies bedeute, dass der Arrest mindestens bis September 2005 gelten könnte, sagte der Sprecher. Es war zunächst keine Stellungnahme der Behörden zu erhalten.

Suu Kyi war im Mai vergangenen Jahres festgenommen und an einem geheimen Ort festgehalten worden. Im September wurde sie nach einer Operation in ihr Haus in Rangun gebracht, wo sie unter Hausarrest steht. "Wir haben erfahren, dass am vergangenen Samstag Polizeifahrzeuge auf das Gelände (ihres Hauses) gefahren sind. Später haben wir dann gehört, dass die Polizei sie darüber informierte, dass ihr Hausarrest verlängert wurde", sagte der NLD-Sprecher.

Die 59-jährige Suu Kyi ist die Leitfigur der Demokratiebewegung Burmas. Ihre Partei hat 1990 einen erdrutschartigen Sieg erzielt. Die Militärregierung ließ sie aber nicht an die Macht. Das Land steht seit 1962 unter Führung der Armee. Suu Kyis Verhaftung im vergangenen Jahr wurde von westlichen Ländern und von den südostasiatischen Nachbarn Burmas scharf kritisiert. Die Menschenrechtsanwältin erhielt 1991 den Friedensnobelpreis. (APA/Reuters)

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