Mindestens 36 Tote bei Anschlägen und Gefechten

1. Dezember 2004, 06:52
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Selbstmordattentäter riss 13 Polizisten in den Tod - Bei Angriff auf US-Truppen zwölf Iraker getötet

Bagdad/Kairo - Bei Anschlägen und Gefechten im Irak sind am Montag mindestens 36 Menschen Iraker getötet worden. In der Nähe der Sunnitenstadt Ramadi riss ein Selbstmordattentäter nach Berichten von Augenzeugen 13 irakische Polizisten in den Tod. Der Täter raste mit seinem mit Sprengstoff beladenen Wagen in eine Polizeistation. Dabei seien sechs weitere Polizisten verletzt worden.

Bei einem fehlgeschlagenem Angriff auf US-Truppen nahe der früheren Rebellenhochburg Falluja kamen zwölf Iraker ums Leben. Nach Angaben von Augenzeugen hatten die Angreifer eine US-Stellung unter Beschuss genommen. Die amerikanischen Soldaten hätten sofort auf die Iraker gefeuert. In Bagdad starben zwei US-Soldaten bei einem Bombenanschlag getötet, drei weitere wurden verletzt. Der am Straßenrand deponierte Sprengsatz explodierte, als die Amerikaner vorbeifuhren, teilte das US-Militär mit.

Neun Tote bei Hilla

Bei zwei gemeinsamen Militäraktionen von amerikanischen und britischen Soldaten in der Nähe der Stadt Hilla wurden nach Angaben von Ärzten neun Iraker getötet und 18 zum Teil schwer verletzt. Wie ein Arzt im Mahmudijah-Krankenhaus der Stadt sagte, fanden die Militäroperationen in Mahawil und Haswa statt. Nach Augenzeugenangaben wurden dabei auch Hubschrauber und Panzer eingesetzt.

Die Aufständischen haben in jüngster Zeit verstärkt die irakischen Sicherheitskräfte ins Visier genommen. Allein in den vergangenen zwei Wochen kamen bei Anschlägen und Angriffen im ganzen Land Dutzende Polizisten, Nationalgardisten und Soldaten ums Leben.

Häufung der Anschläge vor Wahl

Mit Anschlägen auf Polizisten und Armeeangehörige haben Aufständische in der Vergangenheit wiederholt versucht, die US-geführten Truppen aus dem Irak zu vertreiben und die irakische Übergangsregierung zu stürzen. Die US-Armee hatte bereits davor gewarnt, die Anschläge könnten sich vor den für 30. Jänner geplanten Wahlen häufen. Führende sunnitische Parteien hatten sich wegen der anhaltenden Gewalt für eine Verschiebung der Wahlen ausgesprochen. Die Übergangsregierung und die Wahlkommission hatten dies aber abgelehnt.

Die US-Truppen versuchen, vor den Wahlen alle von Rebellen kontrollierten Gebiete zurückzuerobern. Nach der Einnahme der lange Zeit von Aufständischen gehaltenen Widerstandshochburg Falluja hat sich die Gewalt in andere Landesteile verlagert, etwa nach Mossul, Ramadi, Bakuba, Samarra und in Teile Bagdads. (APA/dpa/Reuters)

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