Hochtief mit operativem Gewinneinbruch

9. Dezember 2004, 13:10
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Hohe Risikovorsorgen für Tochter in Australien belasten - Aktie im Minus

Berlin - Deutschlands größter Baukonzern Hochtief hat in den ersten neun Monaten wegen einer hohen Risikovorsorge seiner australischen Tochter operativ deutlich weniger verdient als vor einem Jahr. Mit seinen Gewinnzahlen lag das Essener Unternehmen knapp unter den Erwartungen von Analysten.

Ausblick für 2004 bekräftigt

Der Vorstand bekräftigte am Montag vor Beginn der Pressekonferenz in Berlin aber seinen Geschäftsausblick für 2004 und rechnet mit einer Gewinnsteigerung. "Auftragseingang und Auftragsbestand haben sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. Dies gibt uns Zuversicht über das laufende Geschäftsjahr hinaus", sagte Vorstandschef Hans-Peter Keitel. Das Vorsteuerergebnis werde sich in dem zu Ende gehenden Jahr im hohen einstelligen Prozentbereich verbessern, der Nettogewinn mehr als verdoppeln.

Das betriebliche Ergebnis (Ebita) habe im Zeitraum Jänner bis September mit 142,66 Mio. Euro aber gut 30 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, teilte Hochtief mit. Der Gewinn vor Steuern (Ebt) betrug 126,7 (Vorjahr: 149,5) Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebita von 148 Mio. Euro und einem Ebt von 127 Mio. gerechnet. Allein für das dritte Quartal wies Hochtief einen betrieblichen Gewinn von 60 (84,8) Mio. Euro aus, Analysten hatten hier im Schnitt 63 Mio. Euro geschätzt.

Situation bei "Problem-Projekten" entspannt

Das operative Ergebnis sei durch die Risikovorsorge der australischen Tochter Leighton für einzelne Projekte im ersten Halbjahr belastet worden, erläuterte Keitel. Zudem hätten im Vorjahr positive Sondereffekte das Ergebnis geprägt. Bei den Projekten, die Leighton Probleme bereiteten, sei "die Situation mittlerweile - wenn auch nicht völlig - entspannt", gab sich Keitel optimistisch.

Unter dem Strich übertraf Hochtief in den ersten neun Monaten mit 35,4 (9,5) Mio. Euro den Vorjahreswert bereits deutlich. Die Konzernleistung kletterte den Angaben zufolge um 1,17 auf 9,66 Mrd. Euro, der Auftragseingang um knapp 16 Prozent auf 10,83 Mrd. Euro.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Hochtief-Aktie eröffnete zu Wochenbeginn ein Prozent im Minus bei rund 22 Euro. (APA/Reuters)

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