So schlank wie Stahlbau

6. Dezember 2004, 09:56
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Holzexperten wie Michael Stache sind überzeugt: "Holz kann im Industrie- und Wohnungsbau Beton und Stahl verdrängen."

Die Herausforderung sei es materialarme, schlanke und effiziente Elementsysteme zu bauen, die einfach bearbeitbar, schnell zu verlegen sind und zudem mehr Wärme- und Schallschutz als die gängigen Konkurrenzprodukte bieten. Stache, Leiter der Forschung und Entwicklung der Wiesner-Hager Baugruppe Holding, hat mit einer Holzwerkstoff-Innovation die technische Voraussetzung dafür geschaffen. Unterstützt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG, Bereich 1, Forschungsförderung Wirtschaft), entwickelte er ein neues Flächenelement aus Holzwerkstoff. Die Celltec-Wabe sei "der Natur abgeschaut", sagt Stache, weil der Struktur von Laubholzgefäßen sehr ähnlich. Die Neuerung an Staches Produkt, für das er 2003 mit einem von vier Förderpreisen der Schweighofer Privatstiftung ausgezeichnet wurde, ist die "Materialschlankheit", die an den Stahlbau heranreiche. Die Neuentwicklung hat sich bereits bei großen Bauprojekten wie der Messehalle Freistadt bewährt.

Holz ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren Europas, sein großes Zukunftspotenzial soll stärker erforscht werden. Mit dem "Schweighofer Prize für Forschung und Entwicklung" will das Waldviertler Holzunternehmen Schweighofer einen Anreiz für Tüftler und Denker geben. 2005 wird der Preis wieder verliehen, die Ausschreibung läuft. Gerald Schweighofer: "Die Holzwirtschaft braucht kreative Köpfe. Menschen, die ihre Ideen in die Praxis umsetzen, neue Einsatzbereiche für Holz entwickeln, neue Methoden der Holzgewinnung und -verarbeitung schaffen." Von großem Interesse sind in ganz Europa Innovationen, die das Potenzial haben, Europas Holzwirtschaft voranzutreiben. Der Preis ist mit 300.000 Euro (ein Hauptpreis, vier Förderpreise) dotiert und ist damit einer der lukrativsten Preise der Holzwirtschaft.

Einreichen können Einzelpersonen oder Teams aus Gewerbe, Industrie und Forschung. Der Schweighofer Prize wurde 2003 erstmals verliehen. (jub, Der Standard, Printausgabe, 29.11.2004)

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