Mehr als 8.000 Opfer im Jahr 2003

6. Dezember 2004, 18:31
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Kampagne beklagt mangelnde Versorgung der Opfer

Trapeang Veng - Mehr als 8.000 Menschen sind im vergangenen Jahr Opfer von Landminen geworden. Sie wurden bei der Detonation dieser seit fünf Jahren verbotenen Waffen getötet oder verstümmelt, wie aus dem jüngsten Bericht der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) hervorgeht. Die Studie der Organisation, die 1997 den Friedensnobelpreis erhielt, wurde am Mittwoch in Kambodscha vorgestellt.

Die Studie registriert für 2003 insgesamt 8.065 Landminenopfer. Im Jahr davor waren es noch 8.333. Den Rückgang führte die Leiterin der Kampagne, Jody Williams, auf das 1999 beschlossene Landminenverbot zurück. Dieses wurde inzwischen von 143 Ländern unterzeichnet. Seitdem wurden mehr als 62 Millionen Minen in Waffenlagern zerstört. Außerdem wurden gut 1.100 Quadratkilometer vermintes Gelände geräumt. Vor allem in Kambodscha, Afghanistan und Bosnien-Herzegowina wurden Fortschritte verzeichnet.

Die Kampagne beklagte jedoch, dass viele Länder dem Abkommen noch nicht beigetreten seien, darunter die Vereinigten Staaten, Russland und China. Gerade diese Staaten verfügten über ein riesiges Arsenal an Landminen. Außerdem rechnen die Friedensaktivisten mit weitaus mehr Minenopfern, als sie selbst registrieren konnten. Die Zahl könnte im vergangenen Jahr bei 20.000 gelegen haben, hieß es in der Studie. Zudem lebten weltweit vermutlich bis zu 400.000 Verstümmelte, die von ihren Regierungen kaum angemessene Unterstützung erhielten. (APA/AP)

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