China: Reform des Yuan bedarf stabilen Wirtschaftsumfelds

6. Dezember 2004, 12:06
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Premier Wen kritisiert Dollar-Kursverfall: "Sollten die Verantwortlichen nicht Maßnahmen ergreifen?"

Vientiane - China hat am Sonntag einer raschen Reform seines Wechselkurssystems eine Absage erteilt. Zugleich kritisierte Ministerpräsident Wen Jiabao, dass der Kursverfall des Dollar von den Verantwortlichen tatenlos hingenommen werde.

"Veränderungen des Wechselkurses des Renminbi (Yuan) bedürfen bestimmter Voraussetzungen", sagte Wen am Rande des Südost-Asien-Gipfels in der laotischen Hauptstadt Vientiane. "Die wichtigste ist ein stabiles makroökonomisches Umfeld, gesunde und vollständige Marktmechanismen und ein funktionierendes Finanzsystem", sagte er. Bei einer Änderung des Wechselkurssystems müssten die Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft Chinas selbst sowie die Effekte auf die Region und die ganze Welt berücksichtigt werden. Vor allem die USA, aber auch die Europäische Union, haben China mehrfach aufgefordert, sein starres Wechselkurssystem aufzugeben. Durch die feste Bindung des Yuan an den Dollar verschaffe sich das Land im internationalen Wettbewerb unfaire Handelsvorteile.

Kritisch äußerte sich Wen zum Verfall des Dollar. "Heute müssen wir eine Frage stellen. Der Dollar wertet ab und es gibt keinen Versuch, dem entgegenzuwirken. Was sind die Gründe dafür? Sollten die Verantwortlichen nicht Maßnahmen ergreifen?", sagte er.

Am Freitag war der Dollar zum Euro auf ein historisches Tief gefallen. Die Gemeinschaftswährung war vorübergehend auf Kurse von mehr als 1,33 Dollar geklettert. (APA/Reuters)

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