Burton will nach Osten und in die Schulen

9. Dezember 2004, 13:10
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Polen und Russland sind Zukunftsmärkte für den Snowboard-Weltmarktführer - Gespräche mit Unterrichtsministerium über "Snowboardwochen"

Innsbruck - Mit einem weltweiten Marktanteil von 30 Prozent ist Burton unumstrittene Nummer eins unter den Snowboardherstellern. 1977 wurde das Unternehmen von Snowboarderfinder Jake Burton als Garagenbetrieb in Vermont/USA gegründet, 1985 brachte der Tiroler Hermann Kapferer die ersten Boards nach Europa. Seither ist die Zentrale für Europa in Innsbruck, wo im Vertrieb, Marketing und Verkauf derzeit 80 Mitarbeiter beschäftigt sind. "Burton geht es sehr gut", betont Kapferer und beziffert den Umsatz in Europa mit 100 Millionen Euro. 70 Prozent davon werden mit Boards, Bindungen und Schuhen erwirtschaftet, der Rest mit Zubehör und Bekleidung.

Hoffnungsmärkte Polen und Russland

Neben dem Quasiheimmarkt Österreich (Marktanteil 30 Prozent) spielen in Europa für Burton Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz die größte Rolle, Polen und Russland sind wichtige Hoffnungsmärkte. Im Unterschied zum Skifahren sei die Zahl jugendlicher Anfänger beim Snowboarden noch immer leicht steigend. Von der Tourismusindustrie fordert Kapferer mehr attraktive All-inclusive-Angebote.

Burton verstehe sich als Komplettausstatter von der Brille bis zur Funktionsunterwäsche, erläutert Kapferer. Dafür wurden in den vergangenen Jahren eigene Marken entwickelt, "Anon" für Brillen, "Red" für Helme, "Gravis" für Schuhe und Taschen und 2003 "Analog" für Bekleidung.

Die Burton-Produktpalette wird über den Fachhandel vertrieben, Ausnahme ist ein großer eigener Shop in Innsbruck. Die Sicherung der Spitzenposition im Kerngeschäft Boards sei zuletzt auch durch eine Marktbereinigung erleichtert worden, sagt Kapferer. Viele kleine Marken seien vom Markt verschwunden. Völlig verabschiedet hat sich Burton aus dem Bereich der alpinen Snowboardrennen. Mit den dafür nötigen harten Bindungen und Schalenschuhen hätte sich dieser Sport von den Interessen der Konsumenten wegentwickelt.

Schul-Snowboardwoche als Ziel

In Österreich hofft Kapferer auf den positiven Abschluss von Gesprächen mit dem Unterrichtsministerium, mit dem Ziel, ab nächstem Winter Schulklassen für Snowboardwochen zu gewinnen. Neben seinem Trainingsprogramm "Learn to ride" würde Burton dafür die Ausrüstung zur Verfügung stellen. (hs, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2004)

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