"Geheimwissenschaftler, die mit Zahlen verwirren"

26. September 2007, 16:44
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Stefan Schindele, bei "3" für Marketing zuständig, über spielerische Werbeformen, Zornesröte und Wunsch nach Case-Studies

etat.at: Welchen Stellenwert hat Online-Werbung in Ihrem Unternehmen?

Schindele: Im Verhältnis zu Marktbegleitern einen realtiv hohen.

etat.at: Und welche Ziele verfolgen Sie damit (Branding, Adressen generieren ...) ?

Schindele: Aufgrund affiner Zielgruppen Kommunikation affiner Inhalte (z.B. "ORF.on" Content auf ORF.on, "Ski-Weltcup Live" oder "UEFA Champions Legaue"-News auf sport1.at, "Rottenbergs Boulevard" auf derStandard.at). Und: aufgrund der hohen Flexibilität promotionale Inhalte.

etat.at: Zu den Spendings - wieviel gibt Ihr Unternehmen für Online-Werbung aus (im Vergleich zu Werbebudget generell)?

Schindele: Ungefähr 15 Prozent des Mediabudgets.

etat.at: Was war Ihr bisher größter Erfolg mit Online-Werbung?

Schindele: Prelaunch-Phase: 30.000 Registrierungen in weniger als einem Monat. Hervorragende Awareness-Werte während der Launch-Phase.

etat.at: Fühlen Sie sich von den Möglichkeiten der Online-Werbung genügend informiert?

Schindele: Ja und nein: es existieren jede Menge quantitativer Auswertungen von allen Seiten. Qualitative eher wenig.

etat.at: Online-Werbung erreicht in Österreich ca. 1,1 Prozent der Werbespendings, hat jedoch eine Reichweite von mehr als 60 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Schindele: 1. Aufgrund ebenso guter Reichweiten-Werte klassischer Medien. 2. Aufgrund der Vertrautheit mit Einsatz und Effekten Klassischer Medien. 3. siehe vorhergehende Frage.

etat.at: Was fehlt der Online-Werbung, um im Media-Mix den Stellenwert zu erhalten, der ihr - reichweitenmäßig - zustehen würde? Warum zögern Unternehmen noch immer, in Online-Werbung zu investieren?

Schindele: Würde mir Case-Studies wünschen, die nicht nur x-Millionen Clicks oder y-Millionen Impressions ausgelobt werden, sondern qualitative Effekte, die auch einem alten sturen klassischen Werber was sagen. Demnach zögern Unternehmen auch immer noch, da die Auswirkungen von Online-Kampagnen abstrakt und nicht greifbar dargestellt werden.

etat.at: Wie stellt sich die Online-Werbebranche für Sie da (chaotisch, organisiert ...)?

Schindele: Immer besser. Anfangs unübersichtlich, inzwischen viel Professionalität, aber auch Geheimwissenschaftler, die mit Zahlen verwirren.

etat.at: Welche Online-Werbeform ist Ihnen als privater Internetuser am sympathischsten? Und welche stört Sie in Ihrem Nutzerverhalten am meisten?

Schindele: Spielerische Werbeformen, die ihre Aufmerksamkeit aufgrund des Inhaltes hervorrufen - und nicht aufgrund von penetranter Formate - freuen mich. Alles, was mich von meinem Wunsch, gesuchte Information aufzunehmen, abhält, sich drüberlegt, nicht weg-klickbar ist, ruft unmittelbar Zornesröte hervor. Im Wiederholungsfall wird die betroffene Seite nicht mehr aufgerufen. (red)

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