Philipp Serentschy: Breite Akzeptanz fehlt

26. September 2007, 16:44
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Der Manager Special Media der Mobilkom Austria über bunte schrille PopUps und "Aufreißen" via Online-Werbung

etat.at: Welchen Stellenwert hat Online-Werbung in Ihrem Unternehmen? Und welche Ziele verfolgen Sie damit (Branding, Adressen generieren ...)?

Serentschy: Online-Werbung hat bei Mobilkom Austria in den letzten Jahren einen immer wichtigeren Stellenwert bekommen, unser Hauptziel mit Online-Werbung ist es, die Klassik zu unterstützen und mit neuen kreativen Werbeformen die User zu informieren (und auch manchmal zu überraschen), um unserem Ruf als Technologie- und Innovationsführer gerecht zu werden.

etat.at: Zu den Spendings - wieviel gibt Ihr Unternehmen für Online-Werbung aus (im Vergleich zu Werbebudget generell)

Serentschy: Ca. 2,5 Prozent.

etat.at: Was war ihr bisher größter Erfolg mit Online-Werbung?

Serentschy: Unsere letzte xcite-Online-Kampagne die im Oktober lief. Wir hatten auf der einen Seite ein sehr spannendes Werbemittel bei dem es zuerst "2 jungs" bzw. "2 mädls" mittels Shaped-PopUp zum "Aufreißen" gab, welches sich dann in weiterer Folge zu einem email-Tool wandelte, mit dem man weitere Freunde "aufreißen" konnte.

Ziel war, unsere damals laufende klassische xcite-Kampagne (nie wieder Grundentgelt ein xcite-Leben lang bezahlen, wenn man sich zu dritt anmeldet) online zu unterstützen. Die Kampagne hatte eine überdurchschnittliche Klickrate und einen CpC von knapp über einem Euro. die Neuanmeldungen in diese Zeitraum schossen, nicht zuletzt aufgrund der sehr erfolgreichen Onlinekampagne in die Höhe.

etat.at: Fühlen Sie sich von den Möglichkeiten der Online-Werbung genügend informiert?

Serentschy: Ja, auf jeden Fall, wir pflegen sowohl mit unserer Mediaagentur als auch mit allen unseren (Media)Partnern einen engen Kontakt und besprechen und planen immer neue Möglichkeiten.

etat.at: Online-Werbung erreicht in Österreich ca. 1,1 Prozent der Werbespendings, hat jedoch eine Reichweite von mehr als 60 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Serentschy: Online-Werbung hat in einigen (klassischen) Unternehmensbereichen wie zb. der Old Economy noch nicht den Stellenwert den es vielleicht einmal haben wird und meiner Meinung nach auch haben sollte.

etat.at: Was fehlt der Online-Werbung, um im Media-Mix den Stellenwert zu erhalten, der ihr - reichweitenmäßig - zustehen würde? Warum zögern Unternehmen noch immer, in Online-Werbung zu investieren?

Serentschy: Die breite Akzeptanz, sowohl bei den Usern als auch bei den Unternehmen. Jedes "neue" Medium braucht immer einige Zeit bis es akzeptiert wird, erst dann kann es auch erfolgreich als Werbemedium herangezogen werden. Zum Vergleich: das Radio wurde ca. um 1900 erfunden, kommerziell als Werbemedium wurde es allerdings erst in den 30er jahren verwendet.

etat.at: Wie stellt sich die Online-Werbebranche für Sie dar (chaotisch, organisiert....)?

Serentschy: Ich kann nur von Österreich sprechen, für mich eine grundsätzlich sehr symphatische, manchmal vielleicht nicht ganz so straff durchorganisierte Gruppe von (hauptsächlich) kreativen Menschen, mit denen ich sehr gerne zusammenarbeite.

etat.at: Welche Online-Werbeform ist Ihnen als privater Internetuser am sympathischsten? Und welche stört Sie in Ihrem Nutzerverhalten am meisten?

Serentschy: Für mich sind kreativ gemachte Shaped PopUps, die den User nicht mit Info zubombardieren, sondern auf nette Art und Weise seine Aufmerksamkeit erregen, am spannendsten. Diese Werbeform wird von uns auch am meisten genutzt. Persönlich stören mich bunte schrille PopUps, die den halben Bildschirm belegen, am meisten. (red)

Philipp Serentschy ist Manager Special Media bei der Mobilkom Austria.
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    foto: mobilkom austria
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