Punsch trinken statt Geschenke kaufen

6. Dezember 2004, 13:44
39 Postings

Abwarten im Handel nach erstem vorweihnachtlichen Einkaufssamstag - Noch keine Umsatzzahlen

Wien - "Es war auf der Straße und vor den Punschständen zum Teil mehr los als in den Geschäften", so schildert Wiens oberster Händlervertreter in der Wirtschaftskammer, Fritz Aichinger, seinen Eindruck vom vergangenen ersten Einkaufssamstag vor dem Weihnachtsfest 2004.

Richard Lugner, Wiener Baumeister und Einkaufszentrenbetreiber, hat eine einfache Erklärung für die Zurückhaltung parat: "Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Leute noch kein Weihnachtsgeld überwiesen bekommen haben", sagte er im Gespräch mit dem STANDARD. Er rechnet damit, dass heuer Geschenke relativ spät gekauft werden. "Wir hoffen auf die Tage nach dem vierten Adventsamstag, diese Woche wird sicher stark werden. Da werden wir hoffentlich aufholen." Aufgefallen sei Lugner vor allem, dass das neue Buch von Manfred Deix "wie die warmen Semmeln" gegangen ist, "das war um drei Uhr nachmittags schon aus".

Noch kein Kopfzerbrechen

Genauere Umfragen zu Umsatzentwicklungen wertet KMU Forschung Austria derzeit aus. Sorgen müsste sich der Handel noch keine machen, versicherte Aichinger. Denn am ersten Samstag werden demnach in Wien lediglich 20 Prozent der weihnachtlichen Wochenendumsätze erzielt. Spitzenreiter sei üblicherweise der dritte oder der vierte Adventsamstag.

Impressionen aus dem Bundesländern: Die Paschinger PlusCity, im heurigen Herbst erst erneuert und um 25.000 Quadratmeter erweitert, berichtet von Umsatzzuwächsen, vor allem die Branchen Schmuck, Sport und Schuhe hätten im Haus zugelegt. Vom gesamten oberösterreichischen Handel hingegen ergibt sich ein anderes Bild: Mehr als die Hälfte der Einzelhändler war mit dem Geschäft am ersten Adventsamstag "eher unzufrieden", geht aus einer ersten Trendumfrage der KMU Forschung hervor.

459 Euro im Durchschnitt

In Salzburg sei das Ergebnis mit dem des ersten Einkaufsamstages 2003 im Wesentlichen gleichzusetzen, erklärte am Sonntag der Geschäftsführer der Sektion Handel in der Salzburger Wirtschaftskammer, Helmut Eymannsberger. Zwar meldeten etwa 30 Prozent der befragten Salzburger Geschäftsleute einen besseren Geschäftsverlauf und mehr Kunden als im Vorjahr. Für ein Drittel der Befragten verlief die Geschäftsentwicklung allerdings schlechter als am ersten Einkaufssamstag 2003. Am zufriedensten zeigten sich in Salzburg in der KMU-Forschung-Umfrage die Befragten aus der Möbel- und Elektrobranche sowie des Uhren- und Schmuckhandels. Weniger gut lief es in der Modebranche, im Schuh- und Sportartikelhandel.

Laut dem Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra wollen die Österreicher heuer im Durchschnitt jeweils 459 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Das wären um 31 Euro pro Person (über 15 Jahren) mehr als im Vorjahr. (baf, szem, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2004)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.