Neue Ziele für Open-Source

5. Dezember 2004, 15:27
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Das lukrative Infrastruktur-Software-Geschäft von Microsoft, IBM und Co. im Visier der Entwickler freier Software

Die Entwickler von Open-Source-Software "erkämpfen" sich neue Märkte. Wie ein Blick auf die letzten größeren Ankündigungen diverser Hersteller ziegt, soll das lukrative Geschäft mit Infrastruktur-Software bearbeitet werden - dieser Markt ist derzeit fest in den Händen von Microsoft, IBM, Oracle und Co.

Alternativen

Individuelle Open-Source-Datenbanken und Applikationen sind für viele Anwender bereits Standard. Nun wurden zwei Open-Source-Projekte gestartet, die das Ziel verfolgen, sich als Alternative zu der Software der großen Anbieter im Bereich der "Stacks" zu etablieren. Ein "Stack" - oder "Stapelspeicher" (kurz Stapel) ist eine häufig eingesetzte spezielle Datenstruktur. In der letzten Woche startet das Unternehmen Gluecode mit dem Verkauf von technischem Support und Dienstleistungen rund um die Infrastruktur-Tools der Apache Foundation. Das französische Non-Profit-Konsortium ObjectWeb kündigte fast zeitgleich seine eXo-Plattform an. Dieses Paket umfasst ein Unternehmns-Webportal samt Content Management-Applikation.

Milliardenschwerer Markt

Der Milliarden-Dollar-schwere Markt der Back-End-Software dürfte so zu einem der wichtigsten Zielgebiete der Open-Source-Entwickler in den nächsten Jahren werden. Aber es wird noch einiges mehr werden: die Apache Foundation und auch ObjectWeb planen eine Vielzahl von Java-Serversoftware-Komponenten, die den proprietären Applikationen Paroli bieten sollen. In einem Bericht von Cnet wird der Burton Group-Analyst Thomas Manes zum Thema befragt. Seiner Meinung nach gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht - die gute: für beinahe jede wichtige Unternehmens-Software, von Datenbanken bis Business-Apllikationen, gibt es bereits eine Open-Source-Alternative. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass der Einsatz dieser Applikationen meist einen Mehraufwand an Arbeit bedeutet. "Die Herausforderung liegt darin, dass man die Integration selbst vornehmen muss", so Manes. In Zukunft dürfen sich Anwender sicherlich wieder auf zahlreiche Studien zum Thema "Was ist billiger?" freuen.(red)

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