Italien: Regierung will Volare unter die Arme greifen

16. Dezember 2004, 14:22
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Arbeitsminister will kommende Woche Insolvenzverwalter der Billigfluglinie nominieren

Rom - Die italienische Regierung will sich zur Rettung des insolventen Billigcarriers Volare einsetzen. Der Ministerrat verabschiedete in der Nacht zum Samstag ein Dekret, mit dem sofort auch Unternehmen mit weniger als einer Milliarde Euro Schulden unter die Führung eines von der Regierung beauftragten Insolvenzverwalters gestellt werden können. Bisher durfte die Regierung nur für größere Unternehmen einen Insolvenzverwaltung nominieren. Volare meldet laut Presseberichten ein Bilanzloch von 270 Millionen Euro und eine Verschuldung von 320 Millionen Euro.

Die Regierung Berlusconi will voraussichtlich am kommenden Dienstag den Insolvenzverwalter ernennen. Dieser soll die rund 1400 Jobs der in der lombardischen Stadt Gallarate beheimateten Fluglinie retten. Nachdem das angeschlagene Unternehmen am Mittwoch Insolvenz anmelden musste, wurde ihm von der italienischen Luftfahrtbehörde Enac für zunächst ein Monat die Fluglizenz entzogen. Es seien nicht mehr die notwendigen Bedingungen erfüllt, um das operative Fluggeschäft fortzuführen, begründete das Amt.

Mailänder Ermittler hatten Anfang der Woche gegen das Volare-Management Untersuchungen wegen des Verdachts der Bilanzfälschung eingeleitet. Dazu werden derzeitige und frühere Volare-Manager verhört. Die Prüfungsgesellschaft KPMG war in der Bilanz auf Unregelmäßigkeiten in Millionenhöhe gestoßen. (APA)

1866051 1866051 Notiz Italienischer Billigflieger Volare meldet Insolvenz an Finanzpolizei beschlagnahmt Bilanzunterlagen - Schulden in Höhe von 320 Millionen Euro
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