Fest verankert im Wein

31. Oktober 2005, 10:16
posten

Josef Schmid aus dem Kremstal fällt mit klar strukturierten Grünen Veltlinern und Rieslingen auf - Porträt eines Winzers

"Mein Bestreben war immer, meine Weine in der gehobenen Gastronomie zu platzieren." Josef Schmid (37), wusste schon in jungen Jahren, was er wollte. 23-jährig begann er, seine Grünen Veltliner und Rieslinge den Sommeliers in Wiener Toplokalen wie "Steirereck", "König von Ungarn" oder "Drei Husaren" anzubieten. Mit Erfolg, denn auch heute noch gehen rund 70 Prozent der Produktion in diesen Bereich. Knapp 30 Prozent werden exportiert, der Rest wird ab Hof verkauft.

Josef Schmid bewirtschaftet zwölf Hektar Rebflächen rund um seinen Heimatort Stratzing bei Krems, wo die Familie seit 1865 das Weingut bewirtschaftet. 2003 wurde ein moderner Keller dazugebaut, "um die Arbeit zu erleichtern". Wichtigste Rebsorte des Hauses ist Grüner Veltliner, außerdem Riesling, Chardonnay, Gelber Muskateller und etwas Zweigelt, "aber nicht mehr als 15 Prozent insgesamt", so der Weißwein-Fan. Ein Großteil der Schmid'schen Weingärten steht auf Löss-oder Löss-Schotter-Böden, ideal für Veltliner. Dazu kommt ein geringer Anteil an Urgesteinslagen, wo vor allem Riesling ausgepflanzt ist. Schmid ist Mitglied der Markengemeinschaft Kremstaler Convent, die Weine aus Trauben mit einer Zuckergradation von mindestens 19° Klosterneuburger Mostwaage (vgl. "Kabinett" ab 17°KMW) als "Priorissa" bezeichnet.

Veltliner wird nach Lagen ausgebaut, Satzen beispielsweise bringt einen im Alkohol leichteren Typ hervor. Die stoffigste Variante kommt aus der Lage Kremser Gebling, ein Löss-Schotter-Gemisch. Für den Veltliner "Alte Reben" kommen die Trauben aus Weingärten, die 1952 bzw. 1954 ausgepflanzt wurden. "Die Rebstöcke sind tief verwurzelt, der Ertrag geht in diesem Alter quasi von allein zurück." Das gute Rebmaterial dieser alten Weingärten wird mithilfe einer Rebschule selektioniert, "um die Güte dieser alten Stöcke zu erhalten".

Die Familie Schmid macht Wein in der vierten Generation. Früher war auch etwas Landwirtschaft im Spiel, vor zehn Jahren beschloss man aber, bei Wein auf Direktvermarktung umzusteigen. (DER STANDARD, Printausgabe vom 27./28.11.2004)

Von
Luzia Schrampf

Josef Schmid
Obere Hauptstraße 38
3552 Stratzing
Tel. (02719) 82 88

  • Artikelbild
Share if you care.