MentorInnen für Jungbankerinnen

20. Dezember 2004, 12:03
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BA-CA will Entwicklungschancen für Frauen verbessern

MentorInnenprogramme sind in der heimischen Bankenwelt eine Seltenheit. Deshalb bewarben sich gegen Ende des Jahres 2003 knapp hundert Mitarbeiterinnen für den 2. Durchgang des MentorInnenprogramms in der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Ausgewählt wurden schließlich 25 unter ihnen, dazu kamen 25 MentorInnen aus Bereichen, wie Vertrieb, PrivatkundInnen, Kreditrisiko, Treasury. Regina Prehofer, CEE-Vorstandsdirektorin der BA-CA, freut sich über "das so erfolgreiche Projekt", dessen Patenschaft sie übernommen hat. "Ich hatte selbst immer sehr gute Mentoren", sagt sie im Gespräch mit dem STANDARD. Zu Beginn waren es ihre Eltern, "die mir viel Selbstbewusstsein auf den Weg mitgegeben haben". Danach "alle meine Chefs", aber auch KundInnen. Was sie ihr lehrten? "Bei schwierigen Verhandlungssituationen gelassen zu reagieren, im zwischenmenschlichen Bereich richtig zu agieren."

Das im Jahr 2000 als hausinternes Projekt gestartete Mentoring-Konzept erfreut sich bei den MitarbeiterInnen großer Beliebtheit: "Für mich ist der Austausch mit Kollegen aus anderen Abteilungen enorm wichtig: also das Netzwerken innerhalb einer Großbank", begründet etwa Ulrike Horner, Mentee aus Abteilung Revision Internationales Geschäft der BA-CA, ihre Bewerbung.

Auch Friedrich Hondl, Regionaldirektor Internationale Konzerne, und Mentor schätzt das Programm: "Wir sind jederzeit für unsere Mentees da, nehmen sie zu Kundenterminen mit, damit sie einen möglichst guten Einblick ins Geschäftsleben erhalten. Für mich persönlich ist es auch interessant, mit den Mentees zu diskutieren und eine andere Sichtweise zum Job zu erfahren." Für Leopoldine Faber, zuständig für das Diversity-Management in der Personalabteilung der BA-CA, war es wichtig, Frauenförderung und Work-Life-Balance "unter einen Hut zu bringen". "Mit dem Mentoring-Programm wollen wir ja vor allem die Entwicklungschancen der Frauen in unserem Konzern verbessern", so Regina Prehofer. Derzeit seien lediglich 24 Prozent der Mitarbeiterinnen in Führungspositionen. Das Frauenministerium hat übrigens das BA-CA-Projekt mit einer Mentora ausgezeichnet. (Judith Grohmann, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 27./28.11.2004)

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