"The Cube" nun auch in der Schweiz

6. Dezember 2004, 17:36
posten

Das Hotelkonzept von Rudolf Tucek, Miteigentümer und Chef des Hotel- betreibers Vienna International, stößt auf rege Nachfrage

Wien - Fast genau ein Jahr ist es her, dass Rudolf Tucek seinen Chefposten beim Verkehrsbüro nach Streitereien mit dem Eigentümer schmiss. Der Auslöser für die Unstimmigkeiten, The Cube ("Der Würfel"), ein Trendsport- und Eventhotelbetrieb, den Tucek konzipierte und an dem er auch die Lizenzrechte hält, stößt mittlerweile auf rege Nachfrage.

Nach dem Prototyp am Nassfeld wird Ende 2005 ein zweites in der Schweiz, in Savognin, eröffnet. Für ein weiteres in Scole, ebenfalls im schweizerischen Engadin, läuft derzeit die Widmungsphase. Nachfrage nach die- sem Hoteltypus gibt es aus Deutschland, Italien, Slowenien, der Slowakei und Österreich.

Österreichs größter Hotelbetreiber im Ausland

Tucek ist seit seinem Ausscheiden aus dem Verkehrsbüro hauptberuflich Vorstandschef der Vienna International Hotelmanagement AG (VI), an der er über seine Stiftung mit 17 Prozent beteiligt ist. Als Verkehrsbüro-General hat er die VI quasi nebenbei "mitbetreut", zumal bis zu seinem Ausscheiden das Verkehrsbüro noch Miteigentümer der VI war. Die VI, an der über Privatstiftungen der Unternehmer Franz Jurkowitsch und Georg Folian beteiligt sind, ist Österreichs größter Hotelbetreiber im Ausland. Aktuell werden 14 Hotels und ein Golfplatz betrieben; sechs davon in Prag, eines in Karlsbad, drei Hotels in Polen, eines in Griechenland und drei in Österreich. Jährlich werden zwei bis drei Projekte entwickelt.

Die VI führt auch die Cube-Hotels, deren Zielgruppe nicht mehr ausschließlich die jugendliche Fungeneration ist. Die Erfahrungen am Nassfeld (die Eröffnung war heuer in Februar) zeigten, dass 25 Prozent der Anfragen von Firmen für Insentiv-Veranstaltungen kommen, sagte Tucek zum STANDARD. Ein weiteres Drittel ist die Zielgruppe der 18- bis 25-Jährigen, und das restliche Drittel entfällt auf die Generation 25 bis 45 plus. "Aber Alter ist für uns keine Zielgruppe", so Tucek. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Sport und Bewegung am Berg keine Altersgrenzen kennt. "Es war spannend zu sehen, dass die Leute am Berg bei verschiedenen Sportarten innerhalb einer geführten Gruppe zwischen 14 und 65 Jahren keine Probleme miteinander hatten", erzählt der Tourismusprofi.

"Authentischer Zugang"

Jüngste Neuerwerbung war heuer das Loipersdorfer Inter-Continental, mit 600 Betten eines der größten Wellnesshotels Österreichs. Die VI ist dort nun sowohl Eigentümer als auch Betreiber. Tucek will sich in dem auf Loipersdorf Spa & Conference Hotel unbenannten Hotel "wieder rückbesinnen auf einen bodenständigen, authentischen Zugang zum Thema Wellness und weg von den immer exotischer werdenden Angeboten." (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.11.2004)

Share if you care.