Doping: Juve-Arzt erhebt Einspruch gegen Verurteilung

4. Dezember 2004, 18:34
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Agricola wurde zu 22 Monaten Haft verurteilt - Spieler des italienischen Rekordmeisters sollen systematisch mit EPO behandelt worden sein

Turin - Der Arzt des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin, Riccardo Agricola, will gegen die Verurteilung zu 22 Monaten Haft wegen Sportbetrugs Berufung einlegen. "Ich bin unschuldig und werde es beweisen. Ich habe nie begriffen, warum ich auf der Angeklagtenbank sitzen muss", betonte der 58-jährige nach Angaben der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" (Samstag-Ausgabe).

Der Vereinsarzt, der trotz der Verurteilung weiterhin bei "Juve" arbeiten wird, dankte seinem Klub, der ihm sein Vertrauen bestätigte: "Es war eine schwierige Zeit. Zum Glück hat mich der Klub unterstützt und die Rechtsanwälte waren lobenswert."

Geschäftsführer freigesprochen

Juventus-Geschäftsführer Antonio Giraudo, der wie Agricola auf der Angeklagtenbank saß, wurde am Freitag freigesprochen. "Am Ende des Berufungsverfahrens wird es auch für Agricola zu einem Freispruch kommen. Er ist ein ehrlicher Mensch. Wir haben den Eindruck, dass man einen Prozess gegen Juventus geführt hat, um das ganze Fußballsystem anzuprangern", betonte Giraudo.

Im 2002 begonnenen Prozess musste das Gericht über die Anklage wegen Sportbetrugs, Hehlerei und des Verstoßes gegen Arbeitsschutzbestimmungen entscheiden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der italienische Klub seine Spieler vom Juli 1994 bis September 1998 mit dem Blutdopingmittel EPO und anderen verbotenen Präparaten gedopt oder behandelt habe. (APA)

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    Juventus-Geschäftsführer Antonio Giraudo und Klubarzt Riccardo Agricola (re) beim Prozess vor einem Turiner Gericht.

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