USA: Beschwerden über "öffentliche Brustuntersuchung"

13. Dezember 2004, 11:53
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"Entwürdigende Prozedur" vor US-Flügen lässt immer mehr Frauen auf andere Transportmittel ausweichen

Washington - In den USA häufen sich die Beschwerden insbesondere von Frauen über neue Sicherheitschecks vor Flügen, bei denen als "potenzielles Sicherheitsrisiko" geltende PassagierInnen am Körper abgetastet werden. Etwa 15 Prozent der täglich zwei Millionen transportierten Fluggäste werden für zusätzliche Screenings ausgewählt. Ursache kann etwa ein Ticket ohne Rückflug oder eine ausländische Staatsbürgerschaft sein, es genügt aber alleine der subjektiv "verdächtige Eindruck" auf einen SicherheitsbeamtInnen.

Während früher diese PassagierInnen hauptsächlich mit einem Magnetometer in einigen Zentimeter Abstand vom Körper nach versteckten Waffen oder Sprengstoff untersucht wurden werden jetzt verstärkt Tastuntersuchungen durchgeführt. Dabei wird zuerst die äußere Kleidung ausgezogen und der Körper von oben bis unten händisch abgetastet. Auch zwischen den Beinen und bei Frauen besonders zwischen den Brüsten und durch die Kleidung auch unter dem BH wird gesucht.

Recht auf Kontrollorin

Wie eine "öffentliche Brustuntersuchung" habe sie die Prozedur vor den neugierigen Blicken der anderen PassagierInnen empfunden, berichtete eine derart abgetastete Frau gegenüber der "New York Times". Obwohl Frauen auf einer Untersuchung durch eine Kontrollorin bestehen können, stünden sie oft vor der Wahl sich von einem männlichen Sicherheitsbeamten abtasten zu lassen oder auf eine Kontrollorin zu warten und dadurch den Flug zu versäumen. Dabei seien auch schon abfällige Bemerkungen über die Figur der untersuchten Frau gefallen.

Furcht vor "schwarzer Liste"

Die Transportation Security Administration (TSA) hat bisher 250 Beschwerden gegen die Tast-Kontrollen registriert. Viele PassagierInnen würden sich aber nicht trauen, eine Beschwerde zu erheben, da sie fürchteten dadurch auf eine "Schwarze Liste" zu kommen und erst recht besonders durchsucht zu werden bzw. möglicherweise auf die "No Fly List" aufgenommen zu werden, berichtet die Zeitung. Wer sich direkt am Flughafen beschwere werde erfahrungsgemäß noch schärferen Kontrollen unterzogen. Zahlreiche Frauen würden die Prozedur als so entwürdigend empfinden, dass sie versuchten bei kurzen Strecken auf andere Transportmittel auszuweichen. (APA)

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