Europas Softwarebranche will USA die Stirn bieten

3. Dezember 2004, 10:09
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Kooperationen und Export eigener Produkte als Erfolgsrezept

Eine Allianz der Softwareverbände und -unternehmen in Europa hat der Vorstandsvorsitzende der deutschen Software AG, Karl-Heinz Streibich (Bild rechts), gefordert. Nur mit einer verstärkten Clusterbildung könne der Übermacht der USA die Stirn geboten werden. "Es gibt kein Naturgesetz, dass die Software aus Silicon Valley kommen muss", so Streibich gestern, Donnerstagabend, im Rahmen des jährlichen Pressegesprächs des Verbandes der österreichischen Softwareindustrie (VÖSI).

Schlüssel

Die Entwicklung eigener Produkte und deren Export seien der Schlüssel zum Erfolg und damit die Herausforderung für die Zukunft, so Streibich. Die Europäer müssten vom Patriotismus der Amerikaner lernen. Die EU sollte mehr Geld in die Forschung und Entwicklung stecken, anstatt über Subventionen aussterbende Industriezweige am Leben zu erhalten. Während die US-Softwareindustrie laut Streibich den Markt für Standardsoftware beherrscht, sind die mehr auf kundenorientiertes Arbeiten spezialisierten europäischen Softwarefirmen für die Zukunft gut aufgestellt.

Troubles

"Das Hauptproblem der europäischen Softwareindustrie ist, dass sie nicht kapitalmarktfähig ist", sagte VÖSI-Präsident Peter Kotauczek (Bild links). In Österreichs Softwarebranche stehe eine Konsolidierung bevor. Wichtig sei eine adäquate Börse. Die erstmalige Anwesenheit des Vorstandsdirektors der Wiener Börse, Stefan Zapotocky, beim jährlichen Pressegespräch des Verbandes sei deshalb als Erfolg zu werten. Laut Zapotocky besteht in den kommenden Jahren vor allem durch die Zusammenarbeit mit den regionalen Börsen Mittel- und Osteuropas eine größere Chance für Software-IPOs. Auch Manfred Prinz, Vorstandsvorsitzender der CSC Austria AG, sieht im osteuropäischen Markt eine Chance für die österreichische Softwarebranche.

Gespräche

In den kommenden Wochen will der VÖSI nach eigenen Angaben in einer Reihe von Gesprächen mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft die Zukunft der Branche erörtern und um besseres Verständnis für die Situation der österreichischen Softwareunternehmen werben. Der VÖSI-Schwerpunkt für das kommende Jahr liegt laut Kotauczek auf dem Werben für ein Clustering der Softwarefirmen und für die Lösung der Patentfragen. (pte)

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