Tast-Checks vor US-Flügen: Immer mehr Frauen beschweren sich

9. Dezember 2004, 10:47
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"Öffentliche Brustchecks" vor Mitreisenden erzürnen Passagiere - häufig führen Kontrollen aus Zeitmangel männliche Beamte aus

Washington - In den USA häufen sich die Beschwerden insbesondere von Frauen über neue Sicherheitschecks vor Flügen, bei denen als "potenzielles Sicherheitsrisiko" geltende Passagiere am Körper abgetastet werden.

15 Prozent der Passagiere müssen zum Check

Etwa 15 Prozent der täglich zwei Millionen transportierten Fluggäste werden für zusätzliche Screenings ausgewählt. Ursache kann etwa ein Ticket ohne Rückflug oder eine ausländische Staatsbürgerschaft sein, es genügt aber alleine der subjektiv "verdächtige Eindruck" auf einen Sicherheitsbeamten.

Tastuntersuchungen statt Magnetometer

Während früher diese Passagiere hauptsächlich mit einem Magnetometer in einigen Zentimeter Abstand vom Körper nach versteckten Waffen oder Sprengstoff untersucht wurden werden jetzt verstärkt Tastuntersuchungen durchgeführt. Bei Frauen wird auch unter dem BH kontrolliert.

Unangenehme Untrsuchung vor anderen Passagieren

Wie eine "öffentliche Brustuntersuchung" habe sie die Prozedur vor den neugierigen Blicken der anderen Passagiere empfunden, berichtete eine derart abgetastete Frau gegenüber der "New York Times". Überwiegend gibt es keine sichtgeschützten Abtrennungen für die Checks. Obwohl Frauen auf einer Untersuchung durch eine Kontrollorin bestehen können, stünden sie oft vor der Wahl sich von einem männlichen Sicherheitsbeamten abtasten zu lassen oder auf eine Kontrollorin zu warten und dadurch möglicherweise den Flug zu versäumen.

Angst vor Beschwerde

Die Transportation Security Administration (TSA) hat bisher über 250 Beschwerden gegen die Tast-Kontrollen registriert. Viele Passagiere würden sich aber nicht trauen, eine Beschwerde zu erheben, da sie fürchteten dadurch auf eine "Schwarze Liste" zu kommen und erst recht besonders durchsucht zu werden bzw. möglicherweise auf die "No Fly List" aufgenommen zu werden, berichtet die Zeitung. Wer sich direkt am Flughafen beschwere werde erfahrungsgemäß noch schärferen Kontrollen unterzogen. Zahlreiche Frauen würden die Prozedur als so entwürdigend empfinden, dass sie versuchten bei kurzen Strecken auf andere Transportmittel auszuweichen. (APA)

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