Tele2 will kroatische GSM-Lizenz vor Gericht erkämpfen

3. Dezember 2004, 10:14
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Schweden waren einziger Bieter und gingen trotzdem leer aus - Angebotsfrist für neue Ausschreibung endet am 3. Dezember

Der auch in Österreich tätige schwedische Telefonbetreiber Tele2, der bei der Vergabe einer dritten GSM-Mobilfunklizenz in Kroatien am 18. Oktober leer ausgegangen ist, will sich nun vor Gericht den Zugang zum kroatischen Mobilfunkmarkt erkämpfen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Tele2-Konsortium "Treca sreca" ("Drittes Glück") bereits vorige Woche beim kroatischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde gegen die Entscheidung des Telekommunikationsrates eingelegt. Den kroatischen Mobilfunkmarkt teilen derzeit die Mobilkom-Austria-Tochter VIPnet und die zur Deutschen Telekom gehörende HTmobile.

Drei

Der kroatische Telekommunikationsrat hatte Ende Juli drei Mobilfunk-Lizenzen der zweiten Generation (GSM/DCS-1800) sowie drei UMTS-Lizenzen öffentlich ausgeschrieben. UMTS-Lizenzen wurden am 18. Oktober an VIPnet und HTmobile vergeben. Das einzige Angebot für eine GSM-Lizenz kam vom schwedisch-kroatischen Konsortium "Treca sreca", es wurde aber abgelehnt.

Aufhebung

Tele2 hat auch beim zuständigen Verkehrsministerium und beim Telekommunikationsrat selbst eine Aufhebung der Entscheidung vom 18. Oktober verlangt. Notfalls werde man sich an ein internationales Schiedsgericht wenden, heißt es aus dem Unternehmen.

Unterdessen hat der Telekommunikationsrat Ende Oktober eine neue Ausschreibung für insgesamt drei Lizenzen gestartet - je eine GSM- und eine UMTS-Lizenz und eine Kombi-Lizenz für beide Mobilfunk-Systeme. Die Angebotsfrist endet am 3. Dezember 2004 um 12 Uhr. Für die Kombilizenz hatten sich bei der ersten Ausschreibung das kroatisch-französische Konsortium Match Telekom und das kroatische Unternehmen Croatia Mobile interessiert, deren Angebote aber nicht berücksichtigt wurden, weil sie nicht innerhalb der Angebotsfrist abgegeben wurden. Der Preis für die Kombilizenz beträgt 172 Mio. Kuna (22,6 Mio. Euro) im ersten Jahr der Tätigkeit. Die VIPnet ist nach eigenen Angaben nicht an einer weiteren kroatischen GSM-Lizenz interessiert, weil sie über "genügend Kapazitäten" verfüge. (APA)

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