Anklage in Ferrari-Spionageaffäre

1. Dezember 2004, 14:16
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Staatsanwalt erhebt gegen zwei ehemalige Ingenieure des italienischen Traditionsrennstalls

Modena - In der Spionageaffäre um den Formel 1-Rennstall Ferrari hat die Staatsanwaltschaft Modena Anklage gegen zwei ehemalige Ingenieure des italienischen Weltmeisterteams erhoben. Laut einem Bericht "La Gazzetta dello Sport" (Freitag-Ausgabe) wirft der Staatsanwalt Fausto Casari den beiden Ex-Ferrari-Mitarbeitern Angelo Santini und Mauro Iacconi die illegale Nutzung von Ferrari-Daten vor. Die Ermittlungen gegen den ebenfalls verdächtigten Antonio Tentorio sollen hingegen eingestellt worden sein.

Todt hatte Anzeige erstattet

Im April 2003 hatte Ferrari-Teamchef Jean Todt in Modena Anzeige wegen Industriespionage gestellt. Die Ermittlungen der Polizei konzentrierten sich auf einige Techniker, die von Ferrari zu Toyota gewechselt waren. Am 30. November hatte die Kölner Polizei die Privat-Wohnungen ehemaliger Ferrari-Mitarbeiter sowie deren Büros beim Toyota-Rennstall in Köln durchsucht. Toyota hatte jegliche Verwicklung in einen Spionagefall stets von sich gewiesen. "Die Ermittlungen richten sich gegen ehemalige Ferrari-Mitarbeiter und nicht gegen Toyota", betonte der Rennstall noch Anfang des Jahres bei der Präsentation des neuen Rennwagens in Köln.

Nach Auswertung der beschlagnahmten Daten weigerte sich die Kölner Polizei Anfang des Jahres nach Angaben der "La Gazzetta dello Sport", das Material an die italienischen Behörden weiter zu leiten. Damit schienen die Ermittlungen im Sande zu verlaufen. Nach weiteren Hausdurchsuchungen in Italien kam die Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft Modena nun überraschend. (APA/dpa)

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