"Genussgeschenke" verdrängen das Packerl

6. Dezember 2004, 16:36
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Zu Weihnachten sitzt der Euro heuer wieder lockerer: RegioPlan erwartet um zwei Pro­zent mehr Weihnachts­umsatz - Mit Infografik

Wien - Der Euro dürfte heuer zu Weihnachten wieder etwas lockerer sitzen als im vergangenen Jahr. Das Angstsparen sei zwar noch vorhanden, aber in einem geringeren Maß, so Michael Braun vom Consulting-Unternehmen RegioPlan zur APA. Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft erwartet RegioPlan in einer aktuellen Untersuchung ein nominelles Plus von zwei Prozent. Insgesamt werden Österreichs Händler auch heuer wieder um einen Mehrumsatz von 1,25 bis 1,4 Mrd. Euro buhlen.

Trend zum "Genussgeschenk"

Deutlich verändert hat sich in den vergangenen Jahren zum Missfallen des Einzelhandels die Auswahl der Geschenke, so Braun. Das traditionelle Weihnachtspackerl unter dem Christbaum wird verstärkt durch "Genussgeschenke" wie Städte- oder Wellnessreisen, Kochkurse oder Weinverkostungsseminare verdrängt. Der Umsatzzuwachs im Handel werde daher mit rund 2 Prozent nur etwa das Ausmaß der Inflationsrate erreichen. Im Vergleich dazu musste der Handel im Vorjahr beim Weihnachtsgeschäft einen Rückgang um 1 Prozent hinnehmen.

Für den Handel ist das Weihnachtsgeschäft aber nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gewinner sind vor allem die Branchen Spielzeug, Uhren, Bücher und der Handel mit Elektrokleingeräten. Der Spielzeughandel, so Braun, setzt im Dezember zu einem Umsatzhöhenflug an und verzeichnet den 2,7-fachen Umsatz eines Durchschnittsmonats, gefolgt vom Uhren- und Schmuckhandel mit dem 2,6-fachen Umsatz. Der Buchhandel und der Elektrohandel führen mit 1,6-fachen Umsätzen ein Duell um den dritten Platz. Mit kleinem Abstand folgt der Bekleidungshandel mit einem 1,49-fachen Umsatz und der Drogerie- und Parfümeriehandel (1,43). Der Sportartikelhandel liegt im Dezember um 35 Prozent über dem Monatsdurchschnitt.

Umsatz-Rückgänge bei Baumärkten

Baumärkte hingegen profitieren vom Weihnachtsgeschäft kaum, geht aus der RegioPlan-Studie hervor. Die Baumarkt-Umsätze liegen im November bei etwa 91 Prozent und sinken im Dezember sogar auf 89 Prozent des Branchenmonatsdurchschnitts. Das Baumarktsortiment sei nur in Ausnahmefällen für Geschenke geeignet und die Bausaison starte erst wieder im Frühjahr, so Braun.

Gewinner des Weihnachtsrummels sind vor allem große Einkaufszentren und Geschäftsstraßen mit internationalem Angebot wie die Wiener Mariahilfer Straße oder die SCS in Vösendorf. Ausschlaggebend sei neben Einkaufsatmosphäre und Auswahl der Geschäfte die Erreichbarkeit und die Zahl der Parkplätze. (APA)

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