Übergangsregierung gescheitert

6. Dezember 2004, 19:59
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Präsident Gbagbo ersetzt Minister der Ex-Rebellen "vorläufig" durch eigene

Abidjan/Nairobi - Die Übergangsregierung unter Beteiligung der Ex-Rebellen an der Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) ist vorerst gescheitert. Präsident Laurent Gbagbo habe neun Minister der Ex-Rebellen durch Politiker aus den eigenen Reihen ersetzt, berichtete die Zeitung "Le Courrier d'Abidjan" am Freitag. Dies sei nur eine vorläufige Lösung, "die zur Normalisierung der Situation beitragen soll", sagte Gbagbo. Nach den jüngsten Unruhen in dem westafrikanischen Land hatten die Minister nicht mehr an der Kabinettssitzung teilgenommen.

Unterdessen verlangen zahlreiche Geschäftsleute der Elfenbeinküste Entschädigungen der Regierung. Die Sicherheitskräfte hätten sich an den Plünderungen beteiligt, sagte ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer dem britischen Sender BBC. Zudem habe die Armee nichts getan, um die Raubzüge jugendlicher Banden zu verhindern. Durch den Exodus Tausender Ausländer seien etwa 30.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Anfang November hatte die Armee der Elfenbeinküste Stellungen der Rebellen im Norden des Landes angegriffen und damit den Waffenstillstand gebrochen. Bei dem Angriff kamen auch neun französische Soldaten ums Leben. Frankreich zerstörte daraufhin die Luftwaffe der Elfenbeinküste und löste damit Ausschreitungen jugendlicher Anhänger des Präsidenten aus. (APA/dpa)

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