VA Tech Hydro will umstrittenen Großauftrag in der Türkei

16. Dezember 2004, 14:23
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Entscheidung über Ilisu-Staudamm steht offenbar knapp bevor

Wien - Die Energieerzeugungssparte der VA Tech, die VA Tech Hydro, startet einen neuen Anlauf für einen Großauftrag im Südosten der Türkei, der der "Hydro" bis zu 300 Mio. Euro an zusätzlichem Auftragsvolumen bescheren könnte. Das Staudammprojekt am Tigris (Ilisu-Staudamm) steht unter heftiger Kritik von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Das Projekt, das wegen der politischen Widerstände und des Ausfalls seines Hauptfinanciers lange Zeit auf Eis gelegen ist, dürfte schon bald entschieden werden. Die VA Tech interessiert sich für den Auftrag, unterschrieben sei aber noch nichts, sagt VA Tech-Sprecherin Bettina Pepek.

Die Planung des Großprojekts zieht sich bereits seit den 90er Jahren, 2002 stieg der Hauptfinancier, die Schweizer Großbank UBS, wegen des unbefriedigenden Projektfortschritts aus dem Vorhaben aus. Wie "Kurier" und "WirtschaftsBlatt" in ihren Freitagausgaben berichten, dürfte das Projekt trotz ungeklärter Finanzierung aber weit gediehen sein. Von einem Projektvolumen von insgesamt rund 1 Mrd. Euro dürften bei der VA Tech Hydro rund 300 Mio. Euro "hängen bleiben" - sollte es denn realisiert werden. An dem Konsortium ist auch eine Tochter der französischen Alstom und die Verbundplan, die der Verbund erst heuer zu 74,9 Prozent an die finnische Engineering-Gruppe Jaakko Pöyry verkauft hat.

Von den Nichtregierungsorganisationen wird kritisiert, dass wegen des Projekts bis zu 70.000 Kurden umgesiedelt werden müssten, darüber hinaus seien massive Eingriffe in das Ökosystem des Tigris zu erwarten. Besonders beobachtet wird das Verhalten der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB), deren Garantien das Projekt gegen politische Risiken absichern sollen. (APA)

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