Jobgarantie bei Deutscher Bahn

9. Dezember 2004, 13:10
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Durchbruch bei den Tarifverhandlungen - Beschäftigungspakt bis 2010

Wien/Berlin - "Wir haben uns in den zentralen Punkten geeinigt", verkündete der Chef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, nach langwierigen Verhandlungen am Donnerstag. Auch die Vertreter der Gewerkschaften Transnet und GDBA zeigten sich zufrieden. Der neue Tarifvertrag soll vom 1. Jänner 2005 bis zum 31. Dezember 2010 gelten.

Die Verhandlungspartner haben sich auf Beschäftigungsgarantien für rund 150.000 Mitarbeiter geeinigt. Diese Zusicherungen sollen bis 2010 gelten. Betriebsbedingte Kündigungen sind damit ausgeschlossen - allerdings mit einer Einschränkung: Die Garantien gelten nur für Beschäftigte, die schon mindestens fünf Jahre für die Deutsche Bahn tätig sind.

Arbeitskosten werden um 5,5 Prozent gesenkt

Im Gegenzug sollen die Arbeitskosten um 5,5 Prozent gesenkt werden. Dies soll nach Angaben der Deutschen Bahn "primär" durch eine Erhöhung der Arbeitszeit erreicht werden. Darüber sind aber noch Mitte Dezember Detailverhandlungen nötig, weil etwa die Lokführer aus den Gesprächen ausgestiegen sind und dies auch für Beschäftigte bei Tochterunternehmen wie Reinigungskräfte gelten soll.

Zu der Grundsatzvereinbarung gehört auch, dass es ab kommendem Jahr eine Mitarbeiterbeteiligung am Bahn-Gewinn geben soll. Nach Angaben der Gewerkschaften ist über die Umsetzung noch zu reden.

Jobgarantie über den Börsengang hinaus

Die Bahn hatte zu Beginn der Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften nur eine Beschäftigungssicherung bis 2008 angeboten und zudem eine Kostensenkung von zehn Prozent verlangt. Die Gewerkschaften wollten vor allem eine Beschäftigungssicherung auch über den Zeitpunkt eines möglichen Börsengangs der Bahn hinaus, der nun für 2007 angepeilt wird.

Von Segnungen dieser Art können Österreichs 47.000 Eisenbahner nur träumen. Sie stehen erst am Anfang von Verhandlungen um Flexibilisierungen im Dienstrecht und neuen Dienstzuteilungen innerhalb der neun neuen ÖBB-Teilgesellschaften. Auch über Frühpensionierungen der definitiv gestellten ÖBBler wird zu reden sein, denn die Industrie wehrt sich gegen ÖBB-Leiharbeiter. (Alexandra Föderl-Schmid, Luise Ungerboeck, DER STANDARD Printausgabe, .11.2004)

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