SPÖ kritisiert Verkauf unter Unternehmenswert

16. Dezember 2004, 13:59
3 Postings

Wirtschaftssprecher Moser: TA muss in Infrastruktur-Holding eingebracht werden

Wien - Die SPÖ kritisiert den geplanten Verkauf von 17 Prozent der Anteile der Staatsholding ÖIAG an der Telekom Austria (TA). Die Telekom müsse statt einem Verkauf in eine Infrastruktur-Holding eingebracht werden und die öffentliche Hand müsse die Mehrheit halten, damit die hohe Qualität der Infrastruktur sichergestellt bleibe, forderte SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser in einer Pressemitteilung.

Die ÖIAG habe bisher zum Nachteil der Österreicher verkauft und allein bei VA Tech, voestalpine AG und Boehler Uddeholm bis jetzt rund 240 Mio. Euro liegen gelassen, nun würden diese "Verkäufe unter dem Wert der Unternehmen" offenbar mit der TA fortgesetzt, kritisierte Moser.

"Schlechter Basar-Verkäufer"

Die Regierung versuche "fast jeden Tag ein Stück Österreich" zu verkaufen. Vergangene Woche sei die VA Tech "auf die Schlachtbank geführt" worden, am Wochenende sei die Post ein Thema gewesen und nun sei es die Telekom. Das Ergebnis der bisherigen Verkäufe würden aber "an einen schlechten Basar-Verkäufer" erinnern, bemerkte Moser.

Internationale Analysten würden den Wert der Telekom Austria-Aktien zwischen 15 und 16 Euro sehen, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) und Finanzminister Grasser wollten die TA-Anteile der Republik aber um zwölf Euro "verschleudern", kritisierte Moser. Noch schlimmer sei, dass die Regierung durch einen Verkauf die österreichische Standortqualität aufs Spiel setze. (APA)

Share if you care.