Telekom-Regulator: Breitband-Internet enorme Chance für den Standort

2. Dezember 2004, 10:13
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RTR-Serentschy: Festnetz keinesfalls vom "Aussterben" bedroht

Neue Technologien und zusätzliche Funklizenzen - wie die Versteigerung der 3,5 GHz-Frequenzen Anfang Oktober an die Telekom Austria (TA), Telekabel, Schrack Mediacom und Teleport - könnten den Markt für mobile Breitband-Internetzugänge beleben und damit für eine bessere Abdeckung sorgen, erklärten Experten heute, Donnerstag, bei einer Veranstaltung in Wien. "Der Infrastruktur basierte Wettbewerb zum Wohle der Kunden wird zunehmen", sagte Telekom-Regulator Georg Serentschy. Durch eine Steigerung der Zahl der Zugangsanbieter könnten neue Kundengruppen erschlossen werden, was eine "enorme Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich" darstelle.

Überlegen

Grundsätzlich seien verkabelte Anschlüsse den mobilen Zugängen überlegen, da man höhere Bandbreiten - etwa für Video on demand oder multimedialen Content - erzielen könne. Insofern sei das Festnetz gut abgesichert und keinesfalls vom "Aussterben" bedroht, so Serentschy. Dennoch könne es durch ein Verschwimmen der Grenzen zu einem Paradigmenwechsel kommen. "In der 'Welt dazwischen' entwickeln sich Internettelefonie (Voice over IP) oder der internationale Standard ENUM (Electronic Number Mapping)", erklärte der Regulator.

W-Lan

"Die ergänzenden Technologien - wie etwa der W-LAN-Nachfolger WiMax - werden die flächenmäßige Abdeckung erhöhen", gab sich auch Karim Taga, Geschäftsführer von Arthur D. Little (ADL) Österreich, überzeugt. Gerade in Österreich herrsche noch enormer Nachholbedarf bei Breitbandzugängen: "Österreich hat sich gegenüber dem Vorjahr von 19 auf 25 Prozent Breitbandpenetration in den Haushalten verbessert, die Schweiz verzeichnete im selben Zeitraum allerdings eine Steigerung von 25 auf 40 Prozent", so der Consulter.

Lücke

Eine immense Lücke zwischen hoher Mobilität und hoher Bandbreite ortet Hans-Jochen Morper von Siemens München. Menschen, die die hohe Qualität und Geschwindigkeit beim Surfen daheim gewohnt seien, würden diese auch unterwegs erwarten. "Letztendlich entscheidet der User und der stimmt mit den Füßen ab", so Morper. (APA)

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