Das Zittern nimmt kein Ende

11. Juli 2005, 15:10
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Von den wirklichen Größen des europä­ischen Klubfußballs sind bisher nur wenige auf der Strecke geblieben - Das kann sich am letzten Spieltag aber noch dramatisch ändern

Wien - Die größten Schulden zeitigen die größten Erfolge. Zumindest in der Gruppenphase der Champions League trifft das bisher zu. Schließlich stellt Italiens ständig am Rande des Bankrotts spazierende Serie A drei der bisher neun schon vor dem letzten Spieltag für das Achtelfinale qualifizierten Teams. Der AC Milan, Inter Mailand und Juventus Turin sind durch.

Viertel aus England?

Nicht wirklich schlecht schaut es auch für England mit den Achtelfinalisten Manchester United und Chelsea aus. Liverpool kann und Arsenal sollte noch in die Runde der letzten 16 einziehen. Wobei die Londoner eine bemerkenswerte Zitterpartie hinlegen. Nach dem 1:1 gegen das damit ebenfalls qualifizierte PSV Eindhoven genossen zwei Deutsche die Liebkosungen der englischen Presse. Torhüter Jens Lehmann, der wieder einmal patzte, und Schiedsrichter Herbert Fandel, der nach der Pause Arsenals Lauren und Patrick Viera wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt hatte. "Lehmann flatterte orientierungslos durch die Luft", schrieb The Sun vorwurfsvoll. Schuld an den Ausschlüssen sei auch Arsenals Manager Arsene Wenger gewesen, meinte zumindest Guus Hiddink, der erfolgreiche Trainer von Eindhoven: "Man kann als Trainer mal aufspringen und etwas reinrufen, aber nicht das gesamte Spiel über." Der Elsässer hätte seine Spieler damit einfach zu heiß gemacht. Immerhin hat Arsenal jetzt alle Trümpfe zum Aufstieg in der Hand, das letzte Heimspiel gegen Rosenborg Trondheim sollte gewonnen werden.

Titelverteidiger FC Porto trennen nur noch 90 Minuten vom sang- und klanglosen Aus schon in der Gruppenphase. Dafür kann pikanterweise Ex-trainer José Mourinho sorgen. Der kommt am 7. Dezember mit Chelsea nach Porto. Siegen die Londoner und gleichzeitig Paris St. Germain gegen ZSKA Moskau, bleibt den Portugiesen nicht einmal der UEFA-Cup. Allerdings dürfte Mourinho wie schon bei Chelseas 0:0 gegen Paris SG jede Menge Stammkräfte schonen, steht doch fünf Tage danach in England der Premier-League-Gipfel gegen Arsenal an.

Drei Achtelfinalisten inklusive der schon qualifizierten Bayern könnte Deutschland stellen. Leverkusen hat es in der Hand, Real Madrid auszubremsen. Und Bremen kann mit Valencia gar den spanischen Meister ins Niemandsland schicken. Dazu darf Werder am 7. Dezember im Mestalla-Stadion nicht 0:1 oder mit zwei Toren Differenz verlieren. Ein Remis würde sich anbieten, aber Valencia hat Blut geleckt: "Wir haben es selbst in der Hand", sagte Rubens Baraja. Recht hat er. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 26. November 2004, red)

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    Haltungsnote 6,0 - Schiedsrichter Herbert Fandel zeigt Lauren Rot, und das Arsenal-Rudel ist zum ersten Mal entsetzt. Vieira (li.) kommt auch bald dran.

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