Wissenschaftspreise der AK vergeben

6. Dezember 2004, 11:45
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Linz - Für Arbeiten, die sich mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer/-innen oder mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigen, vergibt die Arbeiterkammer jährlich den Wissenschaftspreis - dotiert mit 1500 Euro pro PreisträgerIn: heuer an vier Frauen und zwei Männer aus Oberösterreich, Wien und der Steiermark. Bei der Preisverleihung hob AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die Bedeutung der Forschung für die Tätigkeit der AK hervor.

Die PreisträgerInnen

  • Mag. Alexander Dinböck, Schärding:
    Diplomarbeit "Der Anteil der KPÖ am Wiederaufbau der Interessenorganisationen der Arbeitnehmer nach 1945 in Oberösterreich. Dargestellt am Beispiel von August Moser." Anhand der Tätigkeit des Steyrer Gewerkschafters erörtert Herr Dinböck die Voraussetzungen, Strategie und Taktik der kommunistischen Arbeiterkammer- und Gewerkschaftspolitik von 1945 bis 1950.

  • Univ.-Ass. Mag. Dr. Helga Fasching, Wien:
    Dissertation "Qualitätskriterien in der beruflichen Integrationsmaßnahme Arbeitsassistenz unter besonderer Berücksichtigung von Jugendlichen mit Lernbehinderungen." Frau Fasching bewertet die Maßnahme "Arbeitsassistenz" und leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der beruflichen Integration von lernschwachen Jugendlichen.

  • Mag. Stephan Keiler, Steyr:
    Diplomarbeit "Befristung und Beendigung von Mietverhältnissen im Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes unter besonderer Berücksichtigung der Übergangsregelungen." Herr Keiler setzt sich mit den weitgehend intransparenten Befristungsmöglichkeiten von Mietverträgen und mit dem vorzeitigen Kündigungsrecht für Mieter auseinander.

  • Mag. Dr. Andrea Strutz, Graz:
    Dissertation "Wieder gut gemacht? Der Umgang der Zweiten Republik mit den Opfern von Nationalsozialismus und 'Ständestaat' am Beispiel der Opferfürsorge in der Steiermark von 1945 bis 1964." Frau Strutz weist in ihrer Arbeit nach, dass die Defizite Österreichs bei der Wiedergutmachung nicht primär in fehlenden legistischen Maßnahmen zu finden sind, sondern in der Art und Weise des Umgangs mit den Opfern.

  • Dr. Doris Weichselbaumer, Linz:
    Dissertation "Essays on Labor Market Discrimination." Frau Weichselbaumer ist in ihrer Arbeit der Diskriminierung von Frauen bei der Jobvergabe in Österreich und auf internationaler Ebene auf der Spur.

  • Mag. Katharina Windbichler, Wien:
    "Globales Schicksal? Semperit Traiskirchen und der 'moderne' Kapitalismus." Die Arbeit zeigt am Beispiel von Semperit Traiskirchen, unter welchen Bedingungen die Entscheidungen über die Zerschlagung lokaler Unternehmen getroffen werden und welche Auswirkungen diese Maßnahmen auf die betroffenen Arbeitnehmer/-innen haben. (red)
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