Angeblich geheime Daten-Aufzeichnung in Autos aus den USA

16. Dezember 2004, 14:16
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Datenschützer spricht von "Horrorvision"

Darmstadt - In Importautos aus den USA sind angeblich Vorrichtungen eingebaut, die es ermöglichen, Fahrer unbemerkt auszuspionieren. Der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch geht nach eigenen Angaben diesem Verdacht nach. Danach installieren Hersteller ohne Wissen der Käufer technische Geräte zur Registrierung aller Fahrdaten in Autos für den deutschen Markt, wie Ronellenfitsch dem "Darmstädter Echo" (Donnerstag) sagte.

Diese Fahrtenschreiber könnten beispielsweise in Navigationssystemen enthalten sein, die mit Satelliten kommunizieren. Mit den Daten kann laut Ronellenfitsch bei entsprechendem Zugang jederzeit festgestellt werden, wo ein Auto unterwegs ist, wie schnell es fährt oder ob Sicherheitsabstände eingehalten werden.

Für den Datenschützer ist das eine "Horrorvision". Die Angaben der Spionagegeräte ermöglichten es, ein Bewegungsprofil von Fahrern zu erstellen. Nach den Worten von Ronellenfitsch wollen die Fahrzeughersteller mit der mutmaßlichen Schnüffelei Produkthaftungsansprüche ausschließen. Aber auch die Werbebranche interessiere sich sehr dafür, wer wann wohin zum Einkaufen fährt. Sprecher der deutschen Automobildachverbände sagten der Zeitung auf Anfrage, nichts vom Einbau der Auto-Spione zu wissen.(APA/dpa)

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