Gewerkschaft will 35-Stunden-Woche

6. Dezember 2004, 13:49
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Wirtschaftsbund lehnt "alten Ladenhüter" ab

Wien - Der ÖGB will in der neu aufgeflammten Diskussion um eine weitere Arbeitszeitflexibilisierung das Thema Arbeitszeitverkürzung wieder auf die Tagesordnung bringen. Geltende Beschlusslage dazu sei die 35-Stunden-Woche, sagte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch nach der Vorstandssitzung am Mittwoch.

"Eine Flexibilisierung, die nur Deckmantel für eine Lohnkürzung" sei, lehnt die Gewerkschaft ab. Weiters forderte der ÖGB eine Lohnsteuersenkung für kleine und mittlere Einkommen im Gesamtausmaß von zwei Milliarden Euro sowie eine Infrastrukturoffensive im Umfang von einer Milliarde Euro. Verzetnitsch unterstrich noch einmal das Nein der Gewerkschaft zur Pensionsharmonisierung: "Der ÖGB verlangt weiterhin eine bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten und von Zeiten der Arbeitslosigkeit, um Ver- luste durch den lebenslangen Durchrechnungszeitraum aufzufangen."

Der Wirtschaftsbund reagierte umgehend: Die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche sei "sowohl wirtschafts- als auch beschäftigungspolitisch fahrlässig", meinte Generalsekretär Karlheinz Kopf. Den "alten Ladenhüter" Arbeitszeitverkürzung auszupacken sei der falsche Weg: "Nur Milchmädchen glauben, dass man vorhandene Arbeit beliebig auf die Menschen verteilen kann. Den Wirtschaftsstandort sichert man, indem man für größtmögliche Produktivität der Betriebe sorgt. Die Arbeitszeiten müssen flexibler werden, damit die Unternehmen konkurrenzfähig bleiben." (kob, Der Standard, Printausgabe, 25.11.2004)

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