"Sites mit Unmengen an Bannern sind weder zielführend noch angenehm"

26. September 2007, 16:44
7 Postings

Tanja Sourek, Leiterin Werbung der Telekom Austria über sympathische Skyscraper und fehlende Daten

etat.at Welchen Stellenwert hat Online-Werbung in Ihrem Unternehmen? Und welche Ziele verfolgen Sie damit (Branding, Adressen generieren ...)

Sourek: Online Werbung ist in unserem Media-Mix ein fixer Bestandteil im Rahmen einer breiten cross-medialen Kampagne. Das hat unter anderem auch damit zu tun, dass aonSpeed, das Breitband-Internet, zu unseren wichtigsten Produkten zählt.

Die Internet-Affinität allein bedeutet aber noch nicht, dass ein Produkt online beworben werden "muss". Der Einsatz von Online-Werbung hängt immer von der Kampagnen-Zielsetzung ab. Bei breiten crossmedialen Kampagnen erreichen wir über Online-Werbung einerseits die Unterstützung der klassischen Werbung und nutzen natürlich auch die Interaktionsmöglichkeit.

etat.at: Zu den Spendings - wieviel gibt Ihr Unternehmen für Online-Werbung aus (im Vergleich zu Werbebudget generell)?

Sourek: Ich bitte hier um Verständnis, aber zu Spendings möchte ich keine Auskunft geben.

etat.at: Was war ihr bisher größter Erfolg mit Online-Werbung?

Sourek: Unser größter Erfolg in diesem Jahr war die TikTak Kampagne.

etat.at: Fühlen Sie sich von den Möglichkeiten der Online-Werbung genügend informiert?

Sourek: Ja.

etat.at: Online-Werbung erreicht in Österreich ca. 1,1 Prozent der Werbespendings, hat jedoch eine Reichweite von mehr als 60 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Sourek: Ausschlaggebend ist letztlich nicht nur die Reichweite an sich, sondern wie gut sich das Medium als Werbeträger eignet, um Kampagnenziele am effektivsten zu erreichen. Außerdem erreicht man auch mit sehr breiten Kampagnen im Internet nicht 60 Prozent der Bevölkerung sondern viel weniger, da der entsprechende Budgetbedarf zu hoch ist. Die Preisgestaltung der Online-Werbeträger gibt nicht den Anreiz in dem Ausmaß zu investieren ...

Außerdem zum Vergleich: 90 Prozent der Bevölkerung hören Radio, das Medium hat aber auch "nur" sieben Prozent Anteil am klassischen Werbebudget in Österreich. Es ist also ein ganz normales Phänomen, dass man Reichweite und Werbespendings nicht direkt in Verbindung setzen kann.

etat.at: Was fehlt der Online-Werbung, um im Media-Mix den Stellenwert zu erhalten, der ihr - reichweitenmäßig - zustehen würde? Warum zögern Unternehmen noch immer, in Online-Werbung zu investieren?

Sourek: Wir investieren in Internet-Werbung so viel wie dem Werbemedium unter den gegebenen Umständen "zusteht". Man muss sich immer fragen, ob das Budget in diesem Medium gut eingesetzt ist oder ob die Werbeziele in einem anderen Kanal besser erreichbar sind.

etat.at: Wie stellt sich die Online-Werbebranche für Sie da (chaotisch, organisiert ...)?

Sourek: Online-Werbung ist ein relativ junges Medium. Zum Beispiel die Standardisierung von Formaten hat sich noch nicht so durchgesetzt wie bei den traditionellen klassischen Werbemedien. Was im Vergleich zu anderen Werbemedien aber sicher fehlt: qualitative , v.a. soziodemografische, psychografische, konsumtypologische Daten etc.

etat.at: Welche Online-Werbeform ist Ihnen als privater Internetuser am sympathischsten? Und welche stört Sie in Ihrem Nutzerverhalten am meisten?

Sourek: Einen gut gemachten Skyscraper finde ich sehr sympathisch. Sites mit Unmengen an Bannern sind weder zielführend noch angenehm. (red)

Zur Person

Tanja Sourek ist bei der Telekom Austria AG für Werbung und Kampagnen zuständig.

  • Artikelbild
    foto: telekom austria
Share if you care.