"Geld ist kein großer Motivator"

3. Dezember 2004, 15:32
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Für Motivations-Guru Jörg Löhr spielt das Gehalt eine untergeordnete Rolle - wichtiger sei der Lustfaktor

Wien - "Mit Begeisterung zum Erfolg" - so lautet das Thema des Vortrag, den der deutsche Erfolgs- und Persönlichkeitstrainer Jörg Löhr am kommenden Sonntag (28. November) in Wien halten wird.

Dieses Motto gilt auch für den Referenten selbst - der Mann ist eine lebende Reklame für sein Seminar: Das Lächeln des groß gewachsenen, braun gebrannten Mannes strahlt ebenso wie seine blauen Augen. Sein bayerischer Zungenschlag klingt fast österreichisch.

"Es geht um die Frage, wie motiviere ich mich und andere?", so der frühere Leistungssportler Löhr, der als Handballspieler den Europa-Cup holte, deutscher Pokalsieger und mehrfacher Deutscher Meister wurde. Nach seiner sportlichen Karriere war er als Unternehmensberater tätig, er gründete mehrere Firmen und gilt heute als einer der am besten gebuchten Vortragenden Europas.

"Keine menschliche Eigenschaft"

"Motivation ist keine menschliche Eigenschaft. Dauerhafte Motivation kann nur aus uns selbst kommen", erläutert Löhr. Wer seine Mitarbeiter motivieren wolle, müsse daher in ihnen selbst die Begeisterung wecken. Denn von außen kommende Motivation funktioniere nur kurzfristig.

"Geld ist kein großer Motivator", behauptet Löhr im Widerspruch zur landläufigen Meinung. Wichtig sei nur, dass sich Mitarbeiter nicht wesentlich unterbezahlt fühlen. "Sie müssen das Gefühl haben, adäquat entlohnt zu werden".

Was wäre dann die beste Motivation in einer Firma? "Wenn sich der Unternehmer um das persönliche Wohlergehen des einzelnen kümmert". Und wenn er seine Werte als Vorbild lebe. Denn "nichts ist demotivierender, als wenn jemand Wasser predigt und Wein trinkt".

Lustfaktor kommt zu kurz

Häufig komme am Arbeitsplatz der Lustfaktor zu kurz: "Nur 25 Prozent aller Mitarbeiter haben das Gefühl, sie können in ihrer Firma das machen, was sie gut und gerne machen". Das schade letztlich auch den Firmen: Laut Studien koste mangelnde Motivation der Mitarbeiter allein die deutsche Wirtschaft Milliardenbeträge.

Politikern stellt Löhr kein besonders gutes Zeugnis als Motivatoren aus. Er ortet "viel Frustration, es fehlt an Motivation, an einem Ziel vor Augen". Die Bürger müssten spüren und "klar wissen, wohin die Reise geht".

Anders die Bewertung des jüngsten US-Präsidentschaftswahlkampfs: "Beide waren bis in die Haarspitzen motiviert und brachten das perfekt rüber. Das war Motivation in Perfektion", zieht selbst der Experte den Hut. Qualitative Unterschiede im Wahlkampf habe es kaum gegeben.

"Lebe deine Stärken"

Im Seminar wird Löhr auch auf sein jüngstes Buch "Lebe deine Stärken" eingehen. Kernbotschaft: Stärke ist die Summe aus dem Rohstoff Talent - der Fähigkeit, etwas besonders gut und gern zu machen -, plus Wissen, Können und Wollen. Löhrs Rat für alle, die Schwierigkeiten haben, ihr Talent zu finden: "Talent hat zwei Eigenschaften: Es ist unveränderbar seit der Kindheit vorhanden und es sorgt für ein gutes Gefühl."

Kleines Firmenimperium

Mehr als 100 Vorträge vor Firmen im deutschen Sprachraum und eine Reihe von Bestsellern ("So haben Sie Erfolg", "Mehr Energie fürs Leben" und "Einfach mehr vom Leben") stellen Löhrs Talente unter Beweis.

"Der personifizierte Motivationsschub" (Selbstbeschreibung auf der Homepage www.joerg-loehr.com) betreibt neben einer Lehrtätigkeit an der Uni Augsburg heute ein kleines Firmenimperium, das über einen Verlag bis zum Golfplatz reicht.

Allein im Seminarwesen beschäftigt er 14 Mitarbeiter. Die Liste seiner Kundenreferenzen liest sich wie ein "Who is Who" der deutschen Wirtschaft. In Österreich gehören u.a. Erste Bank, XXXL Lutz. bipa und Billa dazu.

Jörg Löhrs Seminar "Mit Begeisterung zum Erfolg" findet am 28. November im Congress Center Messe Wien statt. Karten kosten 99 Euro, für Studenten 39 Euro. (APA)

  • "Motivation ist keine menschliche Eigenschaft. Dauerhafte Motivation kann nur aus uns selbst kommen", erläutert Löhr.

    "Motivation ist keine menschliche Eigenschaft. Dauerhafte Motivation kann nur aus uns selbst kommen", erläutert Löhr.

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