Pumali Panthers: "Pumali Panthers"

    21. Oktober 2005, 15:27
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    Ein fragiles organisches Elektronik-Pop-Album

    Das Album fällt einem in die Hände und zunächst optisch auf, verpackt in ein Poster zum Falten, gestaltet vom Kunstbiennale 2005-Teilnehmer Constantin Luser, - zarte Tuschezeichnungen ergeben eine Art Landkarte (- der Songs?, - der Pumali-Welt?, - des Lebens?, - der Liebe?). Und es sind besondere Inseln, auf denen "Pumali Panthers" umherstreichen, "Elektronisch organische Popmusik im Cinemascope-Format", nennt sie Georg Hartwig, neben Thomas Wanker einer der beiden Köpfe der Formation "Pumali Panthers".

    Pumali Panthers - nie gehört! Internet-Recherche nahezu erfolglos. Dabei kennen sich die beiden Masterminds hinter diesem exotischen Namen seit Kindertagen. Wanker hat mittlerweile sein Zuhause in Los Angeles, wo er Film-Musik für Blockbuster ("The Day After Tomorrow", "Buffy -The Vampire Slayer") bis zu Arthouse Produktionen komponiert und produziert. Hartwig verbrachte fünf Jahre in London, wo er unter anderen mit Marc Auerbach (Seal, Ministry Of Sound) arbeitete und viele Live-Gigs absolvierte.

    "Wir haben uns vor einiger Zeit wieder getroffen und über eine Kooperation nachgedacht", erzählt Hartwig. "Wir begannen, ohne besondere Zielvorgaben an Musik zu arbeiten, die aus unseren Herzen kommt." Mehrere Gastsänger und Sängerinnen waren eingeladen und hinterließen in den Songs ihre Persönlichkeit. Und - "Es war viel Feinarbeit dabei. Wir dachten an alle Kleinigkeiten, darüber, wo man Salz und Pfeffer dazu geben muss. Oder eher Safran." Dass die CD nicht dennoch nicht überproduziert klingt, führt der Musiker auf "die Liebe zum Mistkübel" zurück. "Man muss wie ein Bildhauer überflüssige Teile wegschlagen können. Zuerst mit dem Meißel, dann mit dem Sandpapier."

    Das spürt man bei einer Vielzahl von Songs ganz deutlich, - sparsam instrumentiert, kraftvolle, wunderbare Stimmen von Susi Sawoff und Tania Saedi, Gastbeiträge von Helgi Hrafn Jonsson, Philipp Pluhar, Chris Seiner, Martin Tillmann und Joel Virgel.

    Die Beschreibung der Musik, dazu ein Teil der Lieblings-Presseaussendung (Danke Monkeymusic!), der beschreibt, was dieses Album ist und kann:

    "Diese Musik, das ist schon nach den ersten Sekunden hör- und fühlbar, kann nicht existieren ohne tiefen künstlerischen, emotionalen Austausch. Und erreicht damit, ganz selbstverständlich, den Hörer. Erwischt ihn kalt, sozusagen, weil er - wahrscheinlich - nicht mit Schönheit gerechnet hat und Wärme und Tiefe. "Pumali Panthers", das klang zunächst - ein beschämend vorschnelles Urteil - nach einer Kraftmeierei auf dem Gebiet der populären Pubertär-Marschmusik. Dabei handelt es sich bei diesem Projekt annähernd um eine Anti-These. Musik für Erwachsene. Ohne ins Elitäre, Verschrobene, Unzugängliche abzudriften. Pop also. Doch. Aber gewiß nicht ohne Haltung und Ziel. L'art pour l'art? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. "Kunst ist nicht verdaulich, sondern eine Irritation des Bewusstseins, wie ein Sandkorn im Inneren einer Auster..." (Howard Barker). Hier ist Stil, hier ist Rhythmus, hier ist, was wir oft suchen. Und selten finden."

    "Pumali Panthers" - ein Debutalbum mit dem weichen Gang geschmeidig starker Schritte.
    (schatz/apa/monkeymusic)

    • Pumali Panthers
Pumali PanthersSevenahalf Records/Hoanzl 2004
      plattencover: pumali panthers (monkey musik/hoanzl)

      Pumali Panthers
      Pumali Panthers
      Sevenahalf Records/Hoanzl 2004

    • Artikelbild
      foto: pumali panthers
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