Ungarn: Zeitung "Magyar Hirlap" erneut auf dem Markt

7. Dezember 2004, 14:17
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24 Seiten-Ausgabe - Ringier verkaufte Verlagsrechte

Die liberale Tageszeitung "Magyar Hirlap" bereichert erneut die Medienlandschaft in Ungarn, deren Herausgabe durch den Schweizer Verlag Ringier am 6. November aus "Rentabilitätsgründen" eingestellt worden war. "Magyar Hirlap-kompekt" erscheint heute (Mittwoch) zum ersten Mal, da der Ringier-Verlag die Verlagsrechte an den Pont-Verlag verkaufte, hinter dem das Redakteurskollegium der alten "Magyar Hirlap" stehen. Dieses hatte mit vollem Engagement für das Fortbestehen des Blattes gekämpft, das Verluste von 1,5 Mrd. Forint (6,13 Mio. Euro) angehäuft haben soll.

Doch Ringier lehnte das Angebot der Redakteure ab, solange ohne Bezahlung zu arbeiten, bis ein Käufer für die traditionsreiche "Magyar Hirlap" gefunden wurde.

Unabhängiger Kurs soll beibehalten werden

Ex-Chefredakteur Pal Szombathy gründete als Antwort auf die Ablehnung von Rignier den Pont-Verlag und brachte als Ersatz das Blatt "A Pont" (Der Punkt) heraus. Wie die Mittwochausgabe der neu verlegten "Magyar Hirlap-kompakt" berichtet, erscheint die neue Zeitung mit 24 Farbseiten. Das wesentlich kleinere Redaktionskollegium wolle den "Geist, den unabhängigen Kurs" auch weiter beibehalten, erklärte Chefredakteur Pal Szombathy.

Über den Preis für den Verkauf der Verlagsrechte wurde seitens Ringier lediglich erklärt, der Verlag habe diese Rechte im Rahmen eines "mehr als Hundert Millionen Forint ausmachenden Vertrages" verkauft. Laut Zeitungsbericht könnte es sich um 120-150 Millionen Forint gehandelt haben. (APA)

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