Gedämpfter Optimismus im deutschen Lager

5. Dezember 2004, 14:34
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Rückkehr des an Burn-out-Syndrom leidenden Hannawald frühestens im Olympia-Winter 2006

Kuusamo/Finnland - Nach dem heißen Herbst mit Trainerwechsel und Strukturdebatte erwartet die deutschen Skispringer beim Weltcup-Auftakt im bitterkalten Kuusamo ein frostiger Neuanfang. Unweit des Polarkreises startet das Team am Freitag ohne den am Burn-out-Syndrom leidenden einstigen Siegspringer Sven Hannawald unter der erstmaligen Regie von Peter Rohwein mit gedämpftem Optimismus in die Saison, die bei den Weltmeisterschaften im Februar in Oberstdorf mit mindestens einer Medaille gekrönt werden soll.

"Der Weltcup ist wichtig, um Selbstvertrauen zu tanken. Aber wir sind ganz auf die Vierschanzentournee und die Heim-WM fokussiert. Dort wollen wir uns in Top-Form präsentieren", sagte Rohwein vor seinem Debüt als deutscher Bundestrainer. Durch den Ausfall Hannawalds, der von Zukunftsängsten geplagt wird und - wenn überhaupt - wohl erst im Olympia-Winter 2006 auf die Schanzen zurückkehrt, fehlt dem einst vom Erfolg verwöhnten Team jedoch ein Vorzeigespringer.

Der Hinterzartener lässt sich weiterhin ein- bis zwei Mal in der Woche behandeln und denkt derzeit nicht an ein Comeback. Er habe immer noch Tage, an denen er sich schlecht fühlt. "Das ist so ein Gefühl, als würde sich der Magen umdrehen. Dazu kommt dann Lustlosigkeit", erklärte Hannawald in einem Interview der "Bild"-Zeitung. Rohwein muss daher auf Martin Schmitt, Michael Uhrmann und vor allem Georg Späth hoffen. (APA/dpa)

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